Religion

 

Was ist Religion? Woher kommt sie? Wie ist sie entstanden?

Ist es eine Sichtweise der Welt? Der Versuch, Dinge zu erklären, die wir mit anderen Mitteln, wie z. B. der Wissenschaft nicht erklären können?

In sehr frühen Religionen waren oftmals Götter für Naturereignisse verantwortlich. Warum? Weil sich die Menschen nicht anders erklären konnten, dass es z. B. regnet oder auch nicht regnet. Sie dachten den Regen muss ein höhreres Wesen gebracht haben, sie hatten keine Kontrolle über den Regen oder die Sonne. Gab es keinen Regen, konnte die Ernte ausbleiben, es gab nicht genug zu essen und die Menschen hungerten und starben schlimmstenfalls. Ihr Leben hing also mitunter von genügend Regen, Sonne, etc. ab. Da ihr komplexes Gehirn in der Lage war, die Frage nach dem "Warum" zu stellen: "Warum regnet es nicht?", stellten sie sie und bezogen das Geschehnis auf sich. "Wir müssen etwas falsch gemacht haben, der Gott des Regens ist wütend auf uns, er bestraft uns mit Missernten". Also wurden den Göttern Opfer dargebracht, um sie milde zu stimmen.

Aus heutiger Sicht wissen wir, dass diese Vorstellung Quatsch ist. Die Religion wurde an dieser Stelle durch die Wissenschaft ersetzt. Wenn man mal in seinem geistigen Auge vorüberziehen lässt, wieviele dieser und auch teils heutiger Vorstellungen bereits durch die Wissenschaft erklärt werden können, und dass hinter dieser Erklärung niemals ein Gott, sondern Natur, Physik und Logik steht: ist es dann nicht auch denkbar, dass der Rest der meisten Religionen, also die Religionen, in denen es ein höheres Wesen, einen Gott gibt, auch fehlerhaft ist?

Wahr oder unwahr, letztendlich spielt das keine Rolle, denn es heißt eben glauben und nicht wissen. Oder in manchen Fällen: immernoch glauben, obwohl das Gegeteil längst bewiesen ist. Ein Beispiel: die Zeugen Jehovas glauben, dass Gott allem was in dieser Welt existiert, die Farben gegeben hat. Heute wissen wir, dass Farben nichts weiter sind, als die individuelle visuelle Wahrnehmung, die durch Licht, das in dem für das menschliche Auge sichtbaren Bereich liegt, hervorgerufen wird. Katzen hingegen, nehmen die gleiche Welt ganz anders wahr, da sie nur über zwei verschiedene Zapfentypen verfügen, nämlich die für Grün und Blau, nicht den für Rot. Wie steht es also mit dem Glauben, dass Gott allem was ist die Farben gegeben hat? Würden Katzen sprechen können, würden sie sich vermutlich mit uns darüber streiten, dass Erdbeeren rot sind. Und wie steht es mit jemandem, der Farbenblind ist? Wird er das so unterschreiben können? Gäbe es einen Gott, der etwas festlegt, müsste doch für alle das gleiche Ergebnis zu erkennen sein. Dem ist aber nicht so und kann auch nicht so sein.

Unsere Sichtweise, egal was gesehen wird, ist immer subjektiv und kann nie objektiv sein. Wir können nunmal nicht "aus unserer Haut". Ohne es zu wollen, nehmen wir nicht nur Informationen auf, sondern bewerten sie auch, stecken sie in Schubladen wie "gut" oder "schlecht", "wahr" oder "unwahr", usw.

Zum Problem für andere wird dieses Verfahren erst, wenn wir die eigenen Bewertungen über die anderer Stellen und sie als "besser" oder "schlechter" oder "wahrer" bzw. "unwahrer" sehen und daraus den Schluss ziehen, das subjektiv "bessere" müsse das subjektiv "schlechtere" eliminieren.

Wieviele unnütze und unnötige Kriege wurden deshalb geführt? Wieviele Leben vernichtet? Nur weil einige dachten, ihre Religion sei besser als eine andere. Und sie seien dadurch die "besseren Menschen" und müssten die "schlechteren Menschen" bekehren und ließen sie sich nicht bekehren, töten? Wieviele Menschen haben ihre eigenen Vorstellungen über das Recht auf Leben eines anderen gestellt?

 

 

Ein Gedankenkonstrukt führt keine Kriege. Die Menschen tun es.

 

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