Mit freundlicher Genehmigung von Ralf Shivananda Klossek

 

Quelle: Veganismus in den Religionen

 

 

 

 

Veganismus in den Religionen – Damals, heute und morgen

 

Mitgefühl mit allen Lebewesen, das steht bei vielen Religionen in der “Anleitung“. Aber wie sieht es damit in der Realität aus? Die Grundlagen sind längst da, seit hunderten und tausenden von Jahren. Es müsste jetzt nur einmal mit der konsequenten Umsetzung begonnen, bzw. ein paar große Schritte weiter gegangen werden.

 

Ich wollte einen ausführlichen Text über Religionen und deren möglicherweise gegebenen Ansätze zum Veganismus schreiben. Allerdings habe ich auf der Website des Vebu schon entsprechende Texte gefunden (die ich hier tw. auch nochmal zitieren werde). Deshalb werde ich mich etwas kürzer fassen, und meinen Text etwas persönlicher halten, auch indem ich ein bisschen eigene Erfahrungen mit einigen religiösen Gruppen in Deutschland einfließen lassen werde. Es wird um 6 bekannte große Religionen, aber auch um einige kleinere Splittergruppen, und NRB's (Neue religiöse Bewegungen) gehen. Allerdings werde ich weniger über die Religionen (Geschichte, Fakten) selbst schreiben, das kann ja wer möchte selbst nachlesen.

 

Ich hoffe ich kann damit ein paar neue Erkenntnisse und Standpunkte aufzeigen. Ich habe dabei natürlich versucht, insbesondere Ansätze zum Veganismus zu entdecken, was gar nicht so einfach war. Der erste Schritt zum Vegetarismus gelingt vielen Religionen relativ leicht (wenn er auch oft nicht besonders konsequent gelebt wird), weshalb man dazu sehr viele Informationen findet. Aber der nächste zum Veganismus steckt offenbar noch in den Kinderschuhen, oder entwickelt sich tw. sogar eher wieder zurück, wie beim Jainismus. Trotzdem konnte ich einige interessante Fakten entdecken.

 

 

 

1. Judentum

 

Im heutigen Judentum ist der Vegetarismus nicht vorgeschrieben. Aber im „Alten Testament“, bzw. der „Thora“ finden sich viele Stellen, die für ihn sprechen (natürlich auch für Christen interessant):

 

Und Gott sprach: «Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen trägt; auf der ganzen Erde, und alle Bäume, an denen samenhaltige Früchte sind; das soll eure Speise sein.»[i]

Der Talmud pflichtet dieser ursprünglichen Ernährungsform bei, indem es heißt: «Adam war es nicht gestattet, sich von Fleisch zu ernähren.» (Sanhedrin 59b)[ii]

Auch für die Tiere sah Gott die vegetarische Ernährungsform als geeignet an:
«Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf der Erde, was Lebensodem in sich hat, gebe ich Gras und Kraut zur Nahrung.» (Genesis 1.30)
[iii]

Interessant ist, dass im „AT“ steht, dass zu Zeiten Noahs ein moralischer Niedergang erfolgte, verbunden mit Fleisch essen und dem Tragen von Tierhäuten als Kleidung. Bekannterweise folgte darauf die „Reinigung“ Gottes durch die Sintflut.[iv]

Danach schränkte Gott die Regel, dass man gar kein Fleisch essen darf, so ein, dass die Menschen nur „Fleisch ohne Blut“ essen durften:

„«Nur Fleisch, das seine Seele – sein Blut – noch in sich hat, dürft ihr nicht essen.» (Genesis 9.4)“[v]

 

Was die Menschen damals offenbar auf die Idee des „Schächtens“, also des Ausblutens der Schlachttiere, brachte. Was natürlich ein bisschen albern ist, denn man kann Fleisch nie ganz vom getrockneten Blut reinigen.[vi] Das bedeutet nur noch mehr Leid für die Tiere, der leichtere Weg wäre gewesen, eben einfach ganz auf Fleisch zu verzichten.

 

In der Zeit Jesu gab es aber auch jüdische Mönchsorden (Essener, Nazaräer), für die der Vegetarismus wichtig war.[vii]

 

 

Und heute?

Einige bekannte Rabbiner sind heute für den Vegetarismus, darunter David Cohen und Oberrabbiner von Israel Shlomo Goren. Rabbi Isaac ha-Levi Herzog sagte:


„Juden werden sich, dadurch, dass sie immer besser verstehen, was ihnen ihre Tradition befiehlt, dem Vegetarismus verstärkt zuwenden... Eine ganze Galaxie von wichtigen Rabbinern und spirituellen Führern... hat den Vegetarismus als die ultimative Bedeutung jüdisch-moralischer Lehre bestätigt.“[viii]

„Der Mensch sollte idealerweise kein Fleisch essen, denn dafür muss ein Leben genommen werden, ein Tier muss getötet werden.“[ix]

Der jüdische Gelehrte Prof. Richard H. Schwartz geht viell. mit folgender Aussage bereits einen Schritt weiter, hin zum Veganismus, denn er lehnt es ab, dass Tiere überhaupt als „Nutzvieh“ „gehalten“ werden:

«Kann eine Religion, die bestimmt, dass Ochs und Esel nicht zusammen eingesperrt werden dürfen (Dtn. 22.10), dass einem Ochsen beim Getreidedreschen kein Maulkorb angelegt werden darf (Dtn. 25.4) und dass Tiere auf offenen Feldern frei grasen sollen, um sich der Schönheit der Schöpfung am Sabbat zu erfreuen (Rashis Kommentar zu Ex. 23.12) – kann eine solche Religion die weit verbreiteten Verstöße gegen tsa-ar ba-ale chayim, das Gebot, keiner lebenden Kreatur Schmerzen zuzufügen, ignorieren?» (in: Judaism and Vegetarianism)[x]

Jüdische Vegetarier nutzen drei Hauptargumente aus ihrer Religion:

Tza'ar ba'alei hayyim: Bedeutet, dass man keiner lebenden Kreatur Schmerz zufügen darf.

Pikuach nefesh: Bedeutet, dass nicht nur menschliches Leben, das in Gefahr ist, eine Bedeutung hat, sondern jedes.

Bal Tashchit: Ist ein Gesetz, das Verschwendung verbietet.

 

Desweiteren heißt es auch, da Adam und Eva kein Fleisch essen durften, und einige Juden der Meinung sind, dass, wenn der jüdische Messias zurückkehrt, die ganze Erde vegetarisch leben wird, der Vegetarismus als solcher die Welt näher zum Ideal bringen wird.

Außerdem würden es die heutigen schnellen und mechanisierten Schlachtmethoden fast unmöglich machen, das Fleisch wirklich „kosher“ zu nennen. Auch sollte man die vielen Monate der quälenden Haltung in Betracht ziehen.

Und zu guter Letzt hätten die Heiligen gesagt, dass man nur während Festen, und dann auch nur die Menge einer Olive an Fleisch essen dürfe. Und das auch nur, weil während der Zeiten des Talmuds Fleisch als wichtig für die Ernährung angesehen wurde.[xi]

 

Viele Juden leben heute auch deswegen vegan, weil es so einfacher ist, „koscher“ zu leben. Allerdings gibt es wohl eher weniger deutsche Juden, die über diesen Pragmatismus hinaus am Veganismus und Tierrechten interessiert sind. Im Gegensatz zu den USA und Israel:

 

Dennoch finden wir auch in Deutschland, wenn auch in kleiner Zahl, jüdische Vegetarier und Veganer, die weniger «pragmatisch jüdisch» handeln, sondern auch ein Interesse daran entwickeln, mehr von der eigenen Tradition zu erfahren. Sie entdecken dann, was gerade in Deutschland gern vergessen wird: Die älteste Tierschutzbewegung der Welt nahm ihren Anfang mit dem jüdischen Religionsgesetz, der Halacha.

Noch sind diese Interessenten in der Minderheit. Denn leider mangelt es hierzulande nicht nur an vegetarisch lebenden jüdischen Repräsentanten, sondern auch am Willen, die vegetarische - ganz zu schweigen von der veganen - Lebensweise in den Gemeinden zu verankern. Hierzulande gilt noch immer: Man isst fleischhaltig - anders beispielsweise als in jüdischen Kreisen in Israel und Amerika. Dort finden sich zahlreiche einflussreiche Rabbiner, die vegetarische und vegane Lebensweisen bewusst vertreten und sich dabei als besonders gesetzestreue Juden zu erkennen geben: «Und Gott sprach: Siehe, ich geb' euch alles Kraut Samen tragend, das auf der Fläche der ganzen Erde, und jeglichen Baum, an welchem Baumfrucht, Samen tragend, euer sei es zum Essen.» (Ber. 1:29)[xii]

 

Bekannte jüdische Vegetarier

 

Die „Jewish Vegetarians of North America“ (JVNA) ist eine Organisation, die den Vegetarismus als „Gottes ideale Ernährungsform“ bewirbt.

Das Shamayim V'Aretz Institute, unter der Leitung von Rabbi Shmuly Yanklowitz, bewirbt sogar den Veganismus in der jüdischen Gemeinde durch Tierschutz-Aktivismus, koscheren Veganismus und jüdische Spiritualität.

 

Bekannte jüdische Vegetarier: David Rosen, She'ar Yashuv Cohen, Roberta Kalechofsky, Yonassan Gershom, Shmuly Yanklowitz, Richard H. Schwartz, und Isaac Bashevis Singer.

Jonathan Safran Foer machte den Kurz-Dokumentarfilm „If This Is Kosher...“, welcher Mißstände in der koscheren Fleischindustrie behandelt.[xiii]

2007 brachte die JVNA, zusammen mit Lionel Friedberg, den Film „A Sacred Duty“ heraus. In ihm geht es um Umweltschutz, Vegetarismus, und die Verantwortung des Menschen.[xiv] Er ist auch bei Youtube zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=Y9RxmTGHZgE

 

In Israel gibt es sogar ein vegetarisches Dorf (jüd. moshav), namens Amirim.

 

 

 

2. Christentum

 

(Ich werde mich hier hauptsächlich mit den beiden großen Kirchen, also der katholischen und der evangelischen Kirche befassen. Die orthodoxen Kirchen und andere werden hier nicht näher behandelt, auch weil sie sich beim Thema Veganismus nicht bedeutend von den beiden genannten unterscheiden. Das kann aber gerne später nachgeholt werden.)

 

Wenn man sich das „Neue Testament“ durchliest, erscheint einem Jesus, Gottes Sohn, nicht wie ein großer Krieger, der übermäßig viel Alkohol trinkt und grölend am Lagerfeuer Fleisch von Knochen abnagt. Heutzutage nennen sich aber Fleischesser Christen und kommen sich dabei manchmal sogar besonders fromm vor. Ich diskutiere regelmäßig mit Christen, und am Ende kommt oft so etwas wie „In der Bibel steht, dass wir mit den Tieren machen können, was wir wollen. Außerdem ist es gar nicht wichtig, was man isst“, als Argument.

Da würde der Kirchenvater Paulus wohl zustimmen, denn in der Bibel ist er dieser Frage gegenüber neutral geblieben (falls diese Stellen nicht gestrichen wurden, aber dazu später). Allerdings ist auch dieser Ausspruch von Paulus überliefert, und zwar im “Toledoth Jeschu“, einem altjüdischen Text: „Jesus befahl mir, dass ich kein Fleisch esse und keinen Wein trinke, sondern nur Brot, Wasser und Früchte, damit ich rein befunden werde, wenn er mit mir reden will.“[xv]

 

Auch im „Alten Testament“ wird insgesamt eher der vegetarischen Ernährung der Vorzug gegeben. Fleisch von Tieren zu essen war nur als Ausnahme in Notzeiten von Gott erlaubt:

 

„Im 1. Buch Mose (Gen. 9.3) findet man z.B. eine deutliche Erlaubnis zum Fleischessen, aber diese bezog sich auf die Zeit nach der Sintflut, als sämtliches Ackerland fortgespült war. Anstatt sich willkürlich auf diesen Notbehelf zu berufen [...], täte man besser daran, sich an die ursprüngliche Anweisung Gottes zu halten, die man auf der ersten Seite der Bibel finden kann: "Und Gott sprach: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen trägt, auf der ganzen Erde, und alle Bäume, an denen samenhaltige Früchte sind; das soll eure Speise sein." (Gen. 1.29)
Im übernächsten Vers bestätigt Gott, dass diese Art der Ernährung "gut" ist, wohingegen die andere, die Er später erwähnt (diejenige mit Fleisch), nur erlaubt war zur Befriedigung der verdorbenen Lust des Menschen - eine Ernährungsweise, die "Furcht und Schrecken ... Über alle Tiere der Erde, über alle Vögel des Himmels, über alles, was auf Erden kriecht, und über alle Fische im Meer" legen werde. (Gen. 9.2)
Das vielzitierte Beispiel mit den Wachteln im 4. Buch Mose macht diesen Punkt noch klarer. Nachdem das Volk Israel auf seiner Wüstenwanderung des Manna, des Himmelsbrotes, überdrüssig geworden war, geschah es, dass Gott Wachteln vom Himmel regnen ließ, worauf das Volk diese gierig einsammelte und in einem großen Festmahl verzehrte (beschrieben in Num. 11.31-32). Um jedoch der ganzen Geschichte gerecht zu werden, muss man den darauffolgenden Vers ebenfalls berücksichtigen: "Sie hatten aber das Fleisch noch zwischen den Zähnen, es war noch nicht gegessen, da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk, und der Herr schlug das Volk mit einer bösen Plage." (Num. 11.33) Mit anderen Worten: Gott gefiel es nicht, dass die Menschen das Fleisch der Wachteln assen [sic].“
[xvi]

Aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung geht hervor, dass die ersten Christen, darunter wichtige Anführer und Lehrer, ebenfalls nicht viel von Fleisch hielten:

„Im Buch Paedagogus (II, 1) des Clemens von Alexandrien (150-215) heißt es, dass der Apostel Matthäus "von Pflanzenspeisen lebte und kein Fleisch berührte." Der griechische Geschichtsschreiber Eusebius (264-339), Bischof von Caesarea, weist in seiner Kirchengeschichte (II 2,3) darauf hin, dass der Apostel und Evangelist Johannes ein strikter Asket und Vegetarier war. Und der Apostel Petrus bezeugt in den Clementinischen Homilien (XII,6): "Ich lebe von Brot und Oliven, denen ich nur selten ein Gemüse hinzufüge." Weitere Beispiele frühchristlicher Vegetarier sind Tertullia (160-220), Origenes (184-254), der hl. Antonius (250-356), der hl. Hieronimus (347-420) und Johannes Chrysostomos (344-407) […].“[xvii]

Interessant ist vielleicht noch ein Übersetzungsfehler betreffend Jesu „Vorgänger“, Johannes der Täufer:

„"Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung", kann man in Mt. 3.4 nachlesen. Hier sehen wir ein klassisches Beispiel für eine Fehlübersetzung. Wer kann glauben, dass der erhabene Johannes der Täufer, von dem sich sogar Jesus taufen ließ, Heuschrecken aß? Mit den "Heuschrecken" (lat. Iocusta) sind die Früchte des Lokustbaumes (sogenannter "Heuschreckenbaum," oder Courbaril) gemeint. In Palästina gehören die Früchte des Lokustbaumes und der Robinie (engl. carob) zu den wichtigsten Nahrungsmitteln, und gerade weil sich auch Johannes der Täufer davon ernährte, nennt man diese süßen bohnenartigen Früchte bis zum heutigen Tag "Johannisbrot". Und überall, wo diese blütentragenden Bäume wachsen, gibt es auch wilden Honig. Darin besteht die Nahrung großer heiliger Persönlichkeiten, wie dies bereits im Alten Testament vorausgesagt wird ("Butter und Honig wird er essen..." Jes. 7.15).“[xviii]

Auch der heilige Franziskus von Assisi (1181-1226) war bekannt für seine Demut und seine Liebe zu jedem Lebewesen. Erhalten geblieben sind z.B. diese beiden Zitate: 

 

„Menschen, die irgendeiner Kreatur Gottes keinen Schutz aus Mitgefühl und Erbarmen gewähren, sind Menschen, die mit ihresgleichen genauso verfahren.“

„Unsere bescheidenen Brüder nicht zu verletzen, ist unsere erste Pflicht ihnen gegenüber. Dies reicht aber nicht aus. Wir haben eine höhere Mission - ihnen zu dienen, wann immer sie es benötigen.“
- Zitiert in "La vita" von St. Bonaventura
[xix]


Für die Tiere

 

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern zwischen Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam? Bekannt ist die Szene, wie Jesus von Nazareth die Tierhändler aus dem Tempel hinaus trieb - die Tiere ließ er frei. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)[xx]

Kurzer Exkurs:

Es gibt diverse „apokryphe“ Schriften, also Texte Jesu betreffend, die aber nicht in die Textsammlung der Bibel aufgenommen, bzw. wieder nach Konzilen (oft auch aus machtpolitischen Gründen) entfernt wurden. Diese sind wenigstens zum Teil umstritten, und tw. auch schlicht Fälschungen, wie die Bücher des ungarischen Rohköstlers Edmond Bordeaux Székely (1905–1979), welcher in seinen Werken Jesus als strengen Vegetarier und Rohköstler darstellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind diese Texte aber reine Fiktion. Er gab damals an, sie in einem Geheimarchiv im Vatikan entdeckt zu haben.[xxi] Heutzutage schwirren diese Texte durchs Internet[xxii], und erfreuen sich (leider) einer großen Beliebtheit, natürlich auch bei Vegetariern, Veganern und Esoterikern.

Natürlich ist es nicht ganz einfach, nachzuweisen, dass es sich um Fälschungen handelt. Aber in diesen Büchern ist die Rede von „Mutter Erde“, die wie eine Art Gottheit angebetet wird, von Engeln, und eben der Ernährung durch Rohkost, die wohl in der Zeit Székelys gerade populär wurde. Wenn man dies mit anderen christlichen Texten vergleicht, wird man einfach zu große Unterschiede und Ungereimtheiten feststellen.

Deshalb nutze ich hier auch gern die Chance, diesen Irrglauben richtig zu stellen. Wobei, wenn Menschen so zum Veganismus oder zur Rohkost inspiriert werden, ist das ja auch gut. Nur stellt es eben keine (wissenschaftlich) seriöse Diskussionsgrundlage dar.

 

Es gibt aber auch durchaus ernstzunehmende „Apokryphen“:


Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich: Jesus war Vegetarier und setzte sich in seinem Leben für die Tiere ein: »Weh euch, die ihr nicht hört, wie es [das geschlagene Tier] zum Schöpfer im Himmel klagt und um Erbarmen schreit! Dreimal wehe aber über den, über welchen es in seinem Schmerz schreit und klagt.« (Petrusakten 38, zit. nach Skriver, Die Lebensweise Jesu und der ersten Christen, S. 128)[xxiii]

Es geschah, dass der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floss. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: "Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, dass es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, dass es leidet?«(...) Und der Herr wurde traurig und sprach: »Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!"
(Uralte koptische Bibelhandschrift in der Nationalbibliothek zu Paris)
[xxiv]

 

Verfolgung der asketischen Urchristen

 

Diese Leute (und vermutlich auch die ersten Christen, die sog. „Urchristen“) waren also nach ihrem christlichen Verständnis „rein“ und nicht blutbefleckt. Etwas anderes würde auch schwerlich zu zur friedlichen, mitfühlenden Lehre Jesu passen. Was also ist damals passiert, dass sich diese urchristliche Einstellung so völlig verändert und pervertiert hat?

 

„Bis ins 4. Jahrhundert weisen die Spuren der frühchristlichen Gemeinden aus Palästina, Byzanz, Griechenland und Alexandrien (Ägypten) darauf hin, dass bei ihnen das Trinken von alkoholischen Getränken und das Essen von Fleisch abgelehnt wurde. Sie erhielten ihr Wissen über die Lehren Jesu von denen viele [sic] damals zugänglichen heiligen Schriften.
Viele dieser urchristlichen Schriften wurden später jedoch vom "westlichen" Christentum, dem neuen Zweig mit Rom als Zentrum, ignoriert oder abgelehnt - aus Unfähigkeit, den darin enthaltenen Lehren zu folgen, und auch aus rein machtpolitischen Interessen. Die nach Rom abgewanderten Christen waren bereit, mit der unchristlichen römischen Lebensweise Kompromisse einzugehen, um durch diese Haltung den im ganzen Römerreich durchgeführten Christenverfolgungen zu entgehen und sich bei der Obrigkeit beliebt zu machen.“
[xxv]

Das ist das Vorspiel. Interessant wurde es aber erst mit dem Übertritt des damaligen Kaisers Konstantin (285-337) zum Christentum. Er selbst mochte als „echter Römer“ natürlich Fleisch und auch Alkohol. 325 rief er das berühmte „Konzil von Nicäa“ ein, bei welchem die damaligen Führer und Gelehrten der christlichen Welt zusammen kamen, und die vorhandenen Texte gründlich „korrigierten“:

 

„Nur vier der vielen ursprünglichen Zeugnisse wurden als Evangelien anerkannt und zu einem ersten Kanon zusammengefasst, der jedoch nicht unumstritten war.“[xxvi]

Man kann nur darüber spekulieren, ob damals auch Textstellen über Nahrung und Rauschmittel „korrigiert“ wurden, um besser zum römischen Lebensstil zu passen. Jedenfalls wurden die Urchristen ab diesem Zeitpunkt verfolgt:

 

„Die ursprünglichen Christen, die weiterhin strikt nach Jesu Geboten der Einfachheit und Enthaltsamkeit lebten - somit auch auf Fleisch und Alkohol verzichteten -, die sich also nicht dem neuen Kirchentum unterordnen wollten, mussten sich vor ihren römischen "Glaubensbrüdern" verstecken, denn Konstantin duldete weder Ungehorsam noch Kritik. Es wird berichtet, dass er gefangene "abtrünnige" Christen hinrichtete, indem er ihnen gemäß römischem Brauch flüssiges heißes Blei in die Kehle gießen ließ. Auf diese Weise begann sich die neue Form des Christentums unter dem Patronat des Kaisers Konstantin und seiner Nachfolger auszubreiten.“[xxvii]

Im 12. Jahrhundert, der Hochblüte der Waldenser und Katharer (»die Reinen«) wurde der Verzicht auf Fleisch zum Erkennungszeichen der Ketzer. Weitere religiöse Gruppen, die sich ohne Fleisch ernährten, waren die Hussiten, Duchoborzen, Trappisten und andere. Viele Vegetarier landeten durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen.[xxviii]

 

 

Und heute?

 

Die Tierrechte haben in den beiden großen Kirchen einen schweren Stand. Mitgefühl mit den Tieren scheint einfach nicht „im Programm“ zu stehen:

 

„In einem Gespräch mit dem namhaften Theologen Dr. Heinrich Streithofen stellte die Zeitschrift Deutsche Geflügelwirtschaft und Schweineproduktion vom 26.10.1985 die Frage: "Einige Tierschützer behaupten, die Tiere hatten analog unseren menschlichen Grundrechten auch ein Grundrecht auf Leben. Was halten Sie davon?" Der Theologe antwortete: "Das ist Unsinn! Das ist weder rechtlich noch theologisch, noch philosophisch haltbar ... Nur der Mensch ist Person. Dem Tier fehlt Personencharakter ... In der Hinordnung des Tieres auf den Nutzen des Menschen lässt sich nicht nur seine Verwendung, sondern auch seine Tötung rechtfertigen oder seine Zucht."

Und selbst Papst Johannes Paul II. erklärte im Jahre 1985 in einer Rede vor Biologen: "Es ist gewiss, dass Tiere zum Nutzen des Menschen geschaffen wurden; das heißt, dass sie auch für Experimente benutzt werden können."“[xxix]

 

Die katholische Kirche scheint dabei besonders tierfeindlich zu sein, wie auch der aktuelle „Katechismus“ zeigt:


«Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.» (2417)
Ein Loblied auf Schlachthöfe, Stierkämpfe und die Pelzindustrie: Wahrlich christlich, wie dies von höchster katholischer Stelle im Katechismus bestätigt wird. Die schöne Formulierung mit den «vernünftigen Grenzen» hätten sie sich sparen können. Es ist klar, dass damit die «Grenzen» der Tierexperimentatoren gemeint sind. Erstaunlich welche «Moral» hier vertreten wird!
Noch zwei «Ratschläge» aus dem Katechismus: 2418: «Auch ist es unwürdig, für sie [die Tiere] Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.»“
[xxx]

Kurze Anekdote: Auf der Homepage der Dresdner Frauenkirche (evangelisch) grinst einem ganz oben und gut sichtbar Werbung für die "Maredo"-Steak-Restaurants (die sich in der Nähe der Frauenkirche befinden) entgegen (http://www.frauenkirche.de/).

 

 

Pro Jagd

 

Der aktuelle (2012) Papst Benedikt XVI. scheint selbst gern Fleisch zu essen, und ist der Meinung, dass es die „Bestimmung“ von Wildtieren sei, erschossen und gegessen zu werden:

 

„Er ist schließlich das treu-brave Kind einer Kirche, die jahrhundertelang predigte, Tiere hätten keine Seele. Haben sie keine Seele, dann haben sie auch kein Gefühl, auch kein Schmerzempfinden, und dann darf man ihnen getrost jede Qual zumuten. Hatte nicht schon der junge Theologieprofessor Ratzinger, damals also noch nicht Bischof, Kardinal oder Papst, in seinen Vorlesungen vor seinen Theologiestudenten vollmundig getönt, es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe.“[xxxi]

Die ehemalige evangelische Pfarrerin Christa Blanke kämpfte als engagierte Tierschützerin jahrelang gegen die „Hubertusmessen“, bei denen Jagdveranstaltungen, die von beiden Kirchen gebilligt und unterstützt werden, gesegnet werden. Interessant ist, dass der heilige Hubertus im Gegenteil der Jagd entsagt hatte. Heute aber werde er von den Kirchen als Schutzpatron für die Jäger „mißbraucht“, man verdrehe seine Bedeutung also ins genaue Gegenteil:

 

Der Legende nach war Hubertus ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch schießen wollte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?« Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an entsagte Hubertus der Jagd.

Die ersten Christen hielten das Jagen für unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Die bekannte Kirchenordnung des Hippolyt hat dies noch übernommen. Jägern wurde die Taufe verweigert ,und sie wurden aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.
Trotzdem veranstalten die Kirchen alljährlich die so genannten Hubertusmessen. Anstatt den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu machen, ernannte die Kirche ihn zum Patron der Jäger. Kirche und Jagd - das war schon immer eine unheilige Allianz. Bis heute segnen evangelische und katholische Pfarrer die Waidmänner, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere. Und dies, obwohl der heilige Hubertus der Legende nach der Jagd entsagte! Wann folgen Jäger und Pfarrer Hubertus nach?
[xxxii]

Papst Benedikt anlässlich der Pilgerfahrt bayerischer Jägerinnen und Jäger nach Rom:
"Eure Naturverbundenheit möge sich im Dienste an der wunderbaren Schöpfung Gottes bewähren!"
- Da stellt sich die Frage: Wie kann das Totschießen unschuldiger Tiere - Geschöpfe Gottes - ein `Dienst an der Schöpfung´ sein?
[xxxiii]

 

Keine Seele

 

Dass Tiere keine Seele haben, scheint jedenfalls in der kath. Kirche Konsens zu sein.[xxxiv] Und damit wird auch der aktuelle Papst keine andere Meinung und Weltsicht vertreten.

 

Die Trennung des Menschen von seinen Mitgeschöpfen ist die große geistesgeschichtliche »Leistung« des kirchengeprägten Abendlandes, repräsentiert durch die Kirchenväter Augustinus, Thomas von Aquin, Jesuitenschüler Descartes und den Augustinermönch Martin Luther. Laut Augustinus können Tiere keine Empfindung wie der Mensch haben. Das Tier ist - wie die Frau - nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen.

Nach der Lehre des Kirchenlehrers Thomas von Aquin (1225-1274) haben Tiere keine unsterbliche Seele - Frauen übrigens auch nicht (Vgl. Carsten Strehlow: Vegetarismus/Veganismus als Bestandteil des Christentums, Berlin, 2000, S. 55).
Descartes (1596-1650), Philosoph und Jesuitenschüler, griff diese Lehre auf und erklärte die Tiere zur bloßen »Sache«. Er bezeichnete die Tiere als Maschinen und Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele. Martin Luther »schärft die Lehre von der ausschließlichen Gnadenerwählung des Menschen noch einmal ein. Tiere, Pflanzen, die Welt kommen hier nicht mehr vor.« (Guido Knörzer: Töten und Fressen? Spirituelle Impulse für einen anderen Umgang mit Tieren. 2001, S. 60)
[xxxv]

 

Oder doch für das Tier?

 

Aber es gibt durchaus auch eine andere Seite der heutigen katholischen Kirche. So ist auf der PETA-Website zu lesen:

 

Papst Johannes Paul verkündete, dass “die Tiere eine Seele besitzen und wir Menschen Liebe für und Solidarität mit unseren kleinsten Brüdern empfinden müssen.” Er sagte ferner, dass alle Tiere “die Frucht des kreativen Handelns des Heiligen Geistes sind und Respekt verdienen” und dass sie “Gott genauso nahe wie Menschen [sind].” Tierfreunde weltweit waren hocherfreut. Er ermahnte die Menschen, dass alle Lebewesen, auch die Tiere, aus dem “Atem” Gottes entstanden seien. Tiere besitzen den göttlichen Funken des Lebens—die lebende Eigenschaft, die die Seele ist—und sie sind keine niederen Wesen, wie "Nutztier"bauern, Pelztierzüchter und andere, die Tiere für Profit ausbeuten, uns glauben machen wollen.[xxxvi]

Wie kann das sein? Möglicherweise war Papst Johannes Paul II. einfach eine Ausnahme, der sich tatsächlich etwas von der katholischen Kirchenlehre emanzipiert hatte.

 

Aber auch Papst Benedikt XVI. hat sich hin und wieder, z.B. 2002, damals noch als Kardinal, positiv zu den Tierrechten geäußert:

 

"Das ist eine sehr ernste Frage. Jedenfalls sieht man, dass sie uns auch zur Hut gegeben sind, dass wir mit ihnen nicht beliebig umgehen dürfen. Auch Tiere sind Geschöpfe Gottes . . . Freilich, die Art von industrieller Verwendung, indem man Gänse so züchtet, dass sie eine möglichst große Leber haben, oder Hühner so kaserniert, dass sie zu Karikaturen von Tieren werden, diese Degradierung der Lebendigen zur Ware scheint mir tatsächlich dem Zueinander von Mensch und Tier zu widersprechen, das durch die Bibel durchscheint."

Kardinal Ratzinger gab damit die offiziellen Lehren der Kirche wieder, wie sie im katholischen Katechismus dargelegt sind und die klar besagen, dass “Tiere Gottes Kreaturen [sind]. Er umgibt sie mit seiner gnädigen Fürsorge. Sie segnen ihn durch ihre bloße Existenz und geben ihm Ruhm. Daher schulden die Menschen ihnen Freundlichkeit. Wir sollten uns an die Sanftmut ins Gedächtnis rufen, mit der Heilige wie Franz von Assisi oder Philip Neri Tiere behandelten. Es widerspricht der menschlichen Würde, Tiere unnötig leiden oder sterben zu lassen."[xxxvii]

Offenbar hat sich Ratzinger aber, spätestens, seit er 2005 den Platz Johannes Paul II., einnahm, nicht mehr derart positiv geäußert.

 

 

Aussichten

 

Natürlich ist das nur ein sehr grobes Bild vom Christentum, und es gibt bestimmt bereits viele vegane Christen (auch wenn mir persönlich nur äußerst selten welche begegnen).

Persönlich finde ich das heutige Christentum ein bisschen schizophren. Wie kann man von Mitgefühl, Demut, Wahrhaftigkeit sprechen, und dann z.B. zu Weihnachten massenweise Fleisch getöteter Tiere essen? Aber es wird ja auch zum Osterhasen gebetet, oder zum Weihnachtsmann, und das „Christkind“, das so gar nichts mehr mit dem wahren, rebellischen Jesus zu tun hat, soll gefälligst die neue Playstation bringen. Danach darf es wieder im Schrank verschwinden, bis zum nächsten Jahr. Meiner Meinung nach ist das Christentum in seiner jetzigen Form sowieso längst innen hohl; es geht nur noch um die Formalitäten, um die angenehm bekannten, sich ewig wiederholenden Tradtionen. Um „das machen wir eben so, schon immer“. Wobei sich natürlich auch die Frage stellt, was einen wahren Christen eigentlich ausmacht, und ob all jene, die sich heutzutage christlich nennen, auch tatsächlich Christen sind. .

Aber ein wahrer Christ, kann der, wenn er tief in sich blickt, Folter und Mord weiter unterstützen? Die Augen davor verschließen? Was hätte denn Jesus zu Tierfabriken und „Weihnachtsbraten“ gesagt? Ich glaube, der christliche Glaube ist ein wunderbares Feld, das nur noch vom veganen Gedanken „bestellt“ werden muss. Die Grundlagen, Jesu Lehre, sind ja längst da: Mitgefühl und Gewaltlosigkeit. Jetzt müssen nur noch die Tiere in dieses christliche Denken miteinbezogen werden.

Ich bin übrigens längst nicht der erste mit solchen Gedanken zum Christentum, auch der Veganer und Aktivist Christian Härtelt hat sich online bereits ähnlich geäußert.[xxxviii]

 

Es geht aber auch anders. Die evangelische Landessynode Sachsens (eine Synode besteht in evangelischen, anglikanischen, katholisch unierten und altkatholischen Kirchen aus gewählten Laien und Geistlichen, welche die Gesamtheit der Kirchenmitglieder repräsentieren[xxxix]).,sprach sich 2011 gegen neue Tierfabriken aus:

 

“In Anbetracht eines weiteren Ausbaues der industriellen Massentieranlagen unterstützt die Synode Kirchengemeinden und Bürgerinitiativen in ihrem Engagement gegen die Errichtung solcher Anlagen und für eine artgerechte Haltung der Tiere und bittet die Kirchgemeinden, kein Kirchenland für die industrielle Mas-sentierhaltung zur Verfügung zu stellen.
Angesichts der globalen Auswirkungen des hohen Fleischkonsums hierzulande, ermutigt die Synode Christinnen und Christen zu einem anderen Lebensstil, der den Fleischkonsum einschränkt oder meidet. An dieser Stelle stehen auch kirchliche Einrichtungen in einer besonderen Verpflichtung als Zeichen unserer weltweiten christlichen Verantwortung.“
[xl]

Natürlich ist hier die Rede von „Artgerecht“, und es wird nur zum „Einschränken“ des Fleischessens aufgerufen, aber immerhin. Wo ja Sachsen sonst in allen Bereichen, ob es nun um Fremdenfeindlichkeit, Chauvinismus, Homophobie, Fußballrandale oder Neonazitum geht, ganz vorne dabei ist, und oft scheinbar noch mit einem Fuß im finster-dümmlichen Mittelalter steht. (Mir wurde vom BVL nahegelegt, diesen Satz zu löschen, aber ich denke nicht, dass Totschweigen und Weggucken irgendetwas Positives bewirkt. Genau das wird in Sachsen ja eben schon zu lange ausgiebig praktiziert. Man muss auch traurige oder unangenehme Wahrheiten sich trauen auszusprechen. Die Probleme offen erkennen, um dann etwas an der Lage ändern zu können).

 

Ansonsten müsste man ausgiebig Feldforschung betreiben, um mehr dazu sagen zu können, wie verbreitet der Veganismus bei den (deutschen) Christen heute ist. Leider habe ich keinen großen Einblick in die christliche „Szene“, Bibelgruppen auch insbesondere für junge Leute, usw. Für die meisten (überzeugten, aktiven) Christen, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, waren Tierrechte, oder die Enthaltsamkeit von bestimmten Lebensmitteln, wie Alkohol, aber einfach gar kein Thema. Vegetarismus viell. ganz interessant, aber unnötig.

Bei Gesprächen zum Thema Veganismus waren die Reaktionen dann auch bald schon aggressiv-ablehnend. Das Tier spielt eben einfach traditionell in der christlichen Kirche praktisch keine Rolle, und dem folgt man. Allerdings begegnen mir in letzter Zeit immer mal wieder Veganer, die eben aus ihrem christlichen Glauben heraus, den sie aber eben nicht gemäß der Kirche leben, sondern eher individuell, vegan geworden sind. Hier sehe ich großes Potential für den Einzelnen.

 

Was aber die großen Kirchen angeht, sieht es eher finster aus. Wie beim o.g. Beispiel versuchen die (deutschen) Kirchen meistens einen eher lauwarmen Mittelweg zu gehen, der niemanden verschrecken soll. Also eben ein paar Fabriken weniger, und ein bisschen weniger Fleisch essen, das ist scheinbar das Maximum. Wobei ich behaupten würde, dass Protestanten generell zugänglicher gegenüber Neuem und von der Meinung der Kirche Abweichendem sind als Katholiken.

 

 

Zusatz:

 

Die relativ kleine Gruppierung der protestantischen Siebenten-Tags-Adventisten ernährt sich teilweise vegetarisch mit einer Bevorzugung des Veganismus.

Und die neue religiöse Bewegung Universelles Leben legt ebenfalls eine vegane Lebensweise aus ethischen und gesundheitlichen Gründen nahe.[xli] Da UL noch etwas aktiver in diesem Bereich zu sein scheint, gleichzeitig aber auch bei Tierrechtlern äußerst umstritten ist, werde ich dieser NRB noch einen eigenen Absatz widmen.

 

 

Universelles Leben

 

Diese NRB („Neue religiöse Bewegung“, das Wort „Sekte“ ist eher unwissenschaftlich und wird eher abwertend verwendet) kommt außer in Deutschland (ca. 2000-5000 Mitglieder) in Österreich, Italien und der Schweiz vor. Es gibt sie in unter diesem Namen seit 1984. Gabriele Wittek ist die „Prophetin“ dieser Gruppe, die von sich sagte, Neuoffenbarungen u.a. von Christus empfangen zu haben. UL-Mitglieder selbst sehen sich als „Urchristen“, was allerdings von den beiden großen Kirchen angezweifelt wird. Auch möchten diese mit UL wenig zu tun haben, wie auch UL ein Feind der großen Kirchen ist.[xlii]

 

Dem UL nahestehende Unternehmen treten als Hersteller und Vermarkter von Bio-Lebensmitteln auf. Die im Wesentlichen von Anhängern des Universellen Lebens betriebenen Firmen Gut zum Leben und Lebe Gesund unterhalten in 41 Städten 58 Marktstände und Läden (Stand Anfang 2011). Die verkauften Bio-Lebensmittel werden teilweise in Betrieben von Organisationsanhängern angebaut oder produziert.[xliii]

Auch verklebten UL-Mitglieder Tierrechts-Plakate und beteiligten sich an Demonstrationen. Auch auf ihrer Website stehen sie klar für den Tierschutz ein, und kritisieren die Einstellung des katholischen Papstes zu dem Thema Tierrechte.[xliv] Umstritten ist UL aber, da einige Tierrechtler befürchten, UL „unterwandere“ die Vegane- und Tierrechts-Szene.

Dazu kommt, dass es immer wieder Vorwürfe, auch von „Aussteigern“ gegenüber UL gibt, dass diese Gruppierung u.a. seine Mitglieder zum Arbeiten für sehr niedrigen Lohn zwingen, bzw. psychischen Druck ausüben würde.[xlv]

Insofern ist es ein bisschen mutig, dass ich UL hier überhaupt erwähne. Im Internet und bei Facebook muss man ja nur mal „UL“ in einer veganen Gruppe schreiben, und schon wird hysterisch rumgeschrien. Besonders atheistische Veganer scheinen dabei die Welt in „gut“ und „irgendwas mit Religion, also böse“ einzuteilen.

Mir ist das zu dumm und zu einfach, denn ich gehe den Dingen lieber auf den Grund, bevor ich urteile. Ich selbst habe aber keinerlei Kontakt zu dieser NRB und kenne keine Mitglieder persönlich, weshalb ich hier auch nichts weiter dazu sagen kann. Auch ist diese Gruppierung viel zu klein, als das man sich ständig mit ihr befassen muss. Ich kann mir aber vorstellen, dass es so ist, wie in allen anderen (auch religiösen) Gruppierungen auch: Es wird dabei Menschen geben, die es gut meinen, und auch gute Arbeit leisten, und auch welche, die manipulieren und ausnutzen möchten.

 

 

 

3. Islam

 

Der Prophet Mohammed selbst scheint sich hauptsächlich vegetarisch ernährt zu haben, und zwar von Milch, Joghurt, Honig, Nüssen, Feigen, Datteln und anderen Früchten.[xlvi]

 

Und auch im Koran gibt es Textstellen, die für Mitgefühl mit den Tieren sprechen:

 

Es ist kein Tier auf Erden, noch ein Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht gleich wären wie ihr, die ihr ein Volk seid. Alle Geschöpfe Allahs sind seine Familie. (6.38)[xlvii]

«O Ali [Mohammeds Sohn], enthalte dich für vierzig aufeinander folgende Tage des Fleischessens. Denn wenn du vierzig Tage hintereinander Fleisch isst, wird dein Herz so hart wie Stein werden und du wirst kein Mitgefühl mehr haben. Deshalb lass davon ab, jegliches Fleisch zu essen.»[xlviii]

Einige Autoren sind weiterhin der Ansicht, dass Mohammed sehr wohl deutlichere Worte zum Umgang mit den Tieren finden wollte, aber schlicht seine Zeitgenossen nicht überfordern und verschrecken wollte:

 

Während der vorislamischen Zeit waren also ethisch-moralische Maßstäbe nicht hoch im Kurs. Hätte Mohammed das Konsumieren von Fleisch verboten, hätte er die Menschen wohl eher abgeschreckt als für sich gewonnen. So gab er auch zu, dass er bei seiner Lehre die geistige Aufnahmefähigkeit der Menschen berücksichtige: «… denn wenn man mit allen über alles spricht – werden es einige nicht verstehen.»[xlix]

So schrieb er dann seine Lehre auf doppelte Art, so dass auch die einfachen Leuten ihn verstehen konnten, und die „Eingeweihten“ auch berücksichtigt werden konnten:

 

«Die Lehren sind in sieben Dialekten gegeben worden; und in einem jeden Satz gibt es einen äußeren und einen inneren Sinn. … ich habe zwei Arten des Wissens erhalten: Eine davon lehrte ich – hätte ich aber die andere Art gelehrt, hätte es ihnen den Hals gebrochen.»[l]

 

Tiere im Islam

 

Aber auch so legt der Koran Wert darauf, dass man gut mit den Tieren umgehen soll. Auch sie würden Allah verehren und anbeten, wenn auch in ihrer Sprache.[li] Das Wort „Muslim“ bezieht sich dabei interessanterweise nicht nur auf Menschen. Z.B. folgt demnach auch eine Biene dem göttlichen Gesetz, der „Scharia“, da sie in ihrer religiösen Gemeinde (der „Umma“) lebt, arbeitet und stirbt, wie ein gottesfürchtiger Mensch:[lii]


There is not an animal (that lives) on the earth, nor a being that flies on its wings, but (forms part of) communities like you. Nothing have we omitted from the Book, and they (all) shall be gathered to their Lord in the end. -Quran 6:38[liii]

In dem weiteren wichtigen muslimischen Regelwerk, der „Sunna“ steht des Weiteren, dass Tiere nicht unnötig geschlagen, misshandelt oder zur Unterhaltung aufeinander gehetzt werden dürfen. Dazu noch zwei überlieferte Aussprüche von Mohammed:

 

There is no man who kills [even] a sparrow or anything smaller, without its deserving it, but God will question him about it [on the judgment day]
Whoever is kind to the creatures of God is kind to himself.
[liv]

Interessant auch, dass in den Texten zu lesen ist, dass Mohammed sogar mit diversen Tieren (darunter Vögel, Ameisen und Kamele) gesprochen hat. Z.B. mit einem Kamel, dass zu ihm kam, und ihm sagte, dass es getötet werden soll, obwohl es immer gute Dienste geleistet hatte. Mohammed sprach daraufhin mit dem Besitzer und befahl diesem, es am Leben zu lassen.

Auch einige Imame konnten den Texten nach mit Tieren sprechen.[lv]

 

 

Schächten“

 

Wie im Judentum ist es Muslimen untersagt, Blut zu konsumieren. In Ordnung ist aber Fleisch, welches „halal“ ist, also (insbesondere) kein Schweinefleisch ist, und von geschächteten (ausgebluteten) Tieren stammt.

 

Allerdings setzte der Prophet die Regel ein, dass man beim Schächten ein scharfes Messer benutzen sollte:

 

For [charity shown to] each creature which has a wet heart (i.e. is alive), there is a reward.[lvi]

Bei heutigen Diskussionen über das Schächten mit Tierschützern vertreten deshalb einige heutige Muslime die Meinung, dass das Schächten (mit einem sehr scharfen Messer) für die Tiere schmerzfreier sei, als herkömmliche Schlachtmethoden.[lvii]

 

Mohammed war auch gegen die Jagd als Zeitvertreib. So ist im Koran zu lesen: „Wer auf ein lebendes Wesen nur zum Sport schießt, ist verflucht.“[lviii]

 

 

Und heute?

 

Persönlich sind mir noch keine muslimischen Veganer begegnet. Bei der kurzen Recherche konnte ich keine veganen Muslime in Deutschland finden, dagegen in Internet-Foren anti-vegane Aussagen wie:

 

Ich kenne mich bei vegetarischem Essen leider nicht aus, aber hoffe dass Ihre Tochter bald versteht, dass Allah [...] uns die Tiere zum Genuss gegeben hat.[lix]

Meine Bitte an dich ist es, deiner Tochter zu erklären, dass der unendliche Allah uns die Tiere zum Schlächten geschickt hat. Erzähl ihr die Geschichte, dann wird sie schon darüber sicherlich Gedanken machen. Ach, und noch was, in jeder Religion gibt es Vegetarier. Und wenn es Opferfest ist, wird sie halt Gemüse essen müssen, anstatt die zärtliche und schmackvolle Fleisch zu essen.[lx]

Wenig Fleisch sei ok, aber die Tiere seien als Hilfe und eben auch als Nahrungsmittel von Allah für den Menschen geschaffen worden. Allah nun in den Mund zu legen, er hätte sich dagegen ausgesprochen, sei eine Sünde:

 

Der edle Gesandte Mohammad(saas) sagte, dass man nicht länger als 40 Tage kein Fleisch essen soll und nicht länger als 2 oder 3 Tage hinter einander Fleisch essen sollte. [...]
Es wurde auch empfohlen dass man nur ca. 2-3mal Fleisch in der Woche zu sich nehmen sollte gemäß dem Vorbild unserer Imame. […] Offenbar ist das wenig Essen von Fleisch sehr gesund. Aber ganz soll der Muslim darauf nicht verzichten. Man kann auch nicht sagen: "Allah verbietet das Fleischessen."
Aber der Verzehr von Gemüse ist sehr sinnig und gut für die Vitalität des Körpers.
[lxi]

Salam, nein du begehst keine Sünde, nur darfst du nicht sagen, dass das Fleisch essen falsch ist, da Allah es erlaubt hat, kann es nicht verwerflich sein es zu essen. Nur was er an Tieren uns durch den Quran verwehrt, ist das Schwein. Wenn du aber kein Fleisch essen möchtest weil du keinen Appetit darauf hast oder Gemüse besonders liebst, ist das keine Sünde für dich.[lxii]

Erwähnen muss man hier noch, dass es seit langer Zeit auch kleinere, stärker spirituell-mystisch ausgerichtete Gruppierungen innerhalb des Islam gibt, wie den Sufismus. Hier gelten Fleisch und Alkohol als Hindernisse, wenn man sich Allah nähern möchte.[lxiii]

 

 

Aussichten

 

Vorstellbar ist allerdings, dass Muslime, ähnlich wie oben erwähnt Juden, zum Veganismus übergehen könnten, da sie so sicher sein können, dass dieses Essen „halal“ ist. Im Internet habe ich auch einige Websites gesehen, die in diese Richtung gehen, wie z.B. http://islamicvegan.blogspot.de/.

 

 

 

4. Hinduismus

 

Ca. 20-30% aller Hindus sind (Lacto-)Vegetarier. Wobei auf Eier verzichtet wird, aber Kuhmilch etwas besonders Wertvolles darstellt.[lxiv] Leider ist es längst nicht so, dass alle Hindus, oder sogar alle Inder vegetarisch leben, wie viele hierzulande glauben.

 

Ahimsa“

 

Ahimsa bedeutet „Nicht-Verletzen“ oder Gewaltlosigkeit, das nicht nur den Menschen, sondern alle Lebewesen einschließt, und zwar in Worten, Gedanken und Taten.[lxv]

Die verschiedenen altindischen Gesetzessammlungen, wie die Manu-samhita, enthalten klare Anweisungen bezüglich des Fleischessens: "Fleisch kann man sich nicht verschaffen, ohne anderen Lebewesen Gewalt anzutun. Deshalb sollte man den Verzehr von Fleisch vermeiden."

An einer anderen Stelle in der Manu-samhita heißt es: "Bedenkt man die abscheuliche Herkunft von Fleisch und die Grausamkeit, die die Gefangenschaft und das Schlachten verkörperter Wesen mit sich bringt, dann sollte man sich des Fleischessens völlig enthalten." Manusmriti 5.49[lxvi]

 

Weitere Zitate aus den „Veden“:

 

"Du darfst deinen von Gott gegebenen Körper nicht dazu benützen, Gottes Kreaturen zu töten, seien sie menschlich, tierisch oder was auch immer." (Yadjur Veda, 12.32)[lxvii]

"Indem man kein Lebewesen tötet, wird man bereit für die Rettung." (Manusmriti, 6.60)[lxviii]

"Der Käufer von Fleisch begeht himsa (Gewalt) mit seinem Reichtum; der, der Fleisch isst, tut es indem er den Geschmack genießt; der Schlächter begeht himsa indem er das Tier tatsächlich festbindet und tötet. Darum sind dies drei Formen des Tötens. Der, der Fleisch bringt oder danach verlangt, der, der die Gliedmaßen eines Tieres schneidet, und der, der Fleisch kauft, verkauft, oder kocht und es isst - alle von diesen sind als Fleischesser zu betrachten." (Mahabharata, Anu. 115:40)[lxix]

In der Manusmriti steht geschrieben, dass man sich allen Fleischessens enthalten sollte, weil dieses Essen Töten beinhaltet und zu karmischer Knechtschaft (bandha) führt. Woanders in der Vedas [sic] wird der letzte der großen Vedische Könige, Maharaja Pariksit, zitiert, dass "Nur der Tiermörder nicht die Nachricht der Absoluten Wahrheit genießen kann." also, steht in der Vedas, dass um spirituelles Wissen zu erlangen, man erst Vegetarier werden muss.[lxx]

Wenn Hindus trotz allem Fleisch essen wollen, wird ihnen nahegelegt, „Jhatka“-Fleisch zu essen.[lxxi] Das bedeutet, dass die Schlachttiere mit nur einem Schlag der Kopf abgetrennt wurde. Es ähnelt also dem jüdisch/ muslimischen „Schächten“. Die Tiere sollen so so wenig wie möglich Schmerzen erfahren.[lxxii]

 

 

Karma

 

Es ist sogar die Rede davon, dass Fleischesser als karmische Vergeltung in einem ihrer nächsten Leben ebenfalls gegessen werden, und zwar von den Wesen, die sie selbst gegessen haben:

 

"Those sinful persons who are ignorant of actual religious principles, yet consider themselves to be completely pious, without compunction commit violence against innocent animals who are fully trusting in them. In their next lives, such sinful persons will be eaten by the same creatures they have killed in this world." (Bhagavata Purana 11.5.14)[lxxiii]

 

Verunreinigung“

 

Ebenso klar äußern sich die vedischen Schriften, von denen die „Bhagavad Gita“ und das „Shrimad Bhagavatam“ die wichtigsten sind. Wobei es hier sogar Hinweise auf vegane Ansätze gibt, denn auch Eier sollen gemieden werden, ebenso Lebensmittel, die durch Fleisch „verunreinigt“ wurden (hier gibt es also eine gewissen Ähnlichkeit zum Judentum, und „koscheren“ Lebensmitteln):

 

 "Nahrung, die ohne Geschmack, faul und gegoren ist und Nahrung, die aus Speiseresten und unberührbaren Dingen (wie Fleisch, Fisch und Eiern) besteht, wird von denjenigen geschätzt, die sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit befinden." (Bhagavad-Gita 17.10)[lxxiv]

"Iss nichts, was durch Fleisch oder Fisch verunreinigt worden ist!" (Shrimad-Bhagavatam 6.18.49)[lxxv]

 

Tiere im Hinduismus

 

Da Hindus an Reinkarnation und Seelenwanderung glauben, sehen sie Tiere als gleichwertig an. Wenn auch oft davon die Rede ist, dass nur dem Menschen die Möglichkeit vorbehalten ist, (durch Mediation und Einsicht) Erlösung von den Wiedergeburten zu erlangen.

 

Vedische Schriften beschreiben sogar Gottes' (Vishnus', bzw. Krishnas') Wiedergeburt in verschiedene Tiere (solche Legenden gibt es auch im Buddhismus). Einige der beliebtesten sind dabei das Wildschwein, die Schildkröte, der Fisch und das Pferd. In einigen vedischen Schriften wird sogar die Möglichkeit eingeräumt, dass auch einfache Tiere höhere Stadien der Spiritualität erlangen können.[lxxvi]

 

 

Schutz der Kühe

 

Die Kuh wird [...] als eine der sieben Mütter respektiert weil sie ihre Milch anbietet wie es die eigene Mutter tut. Die Kuh spielt eine zentrale Rolle in dem vedischen Ideal für Menschlichkeit: "einfaches Leben und höheres Denken," ein Leben nahe bei Natur und Gott. […] Der indische Name für „Kuh“ ist „aghnaya“, was “darf nicht getötet werden" bedeutet.[lxxvii]

Das ist natürlich schön und eine gute Ausgangslage, könnte man meinen. Allerdings scheinen heutige Hindus die Augen davor zu verschließen, dass auch für Milch Kühe gequält und zwangsgeschwängert werden. Man scheint sich an uralte Traditionen zu klammern, ohne zu sehen, dass Kühe heute längst nicht mehr so gut behandelt werden, wie zur Zeit der Veden.


 

Prasadam“

 

Hier gibt es eine weitere Ähnlichkeit zum Islam, in welchem Nahrung nur „halal“ ist, wenn darüber der Name Allahs (und keines anderen Gottes, Halbgottes o.ä.) ausgesprochen wurde. Und zwar soll man jegliche Nahrung den Göttern als Opfer darbringen. Also Krishna, welcher durch den Menschen selbst, quasi aus menschlicher Perspektive, wahrnimmt, und in jedem Menschen präsent ist, soll sich an der Nahrung erfreuen, nicht man selber:

 

"Alles was du tust, alles was du isst, alles was du anbietest und weggibst, sowie alle anderen Einfachheiten die du vielleicht begehst, sollten als ein Opfer an Mich begangen werden." (Bhagavad-gita 9.27)[lxxviii]

"Die Anhänger Gottes sind von allen Arten von Sünde befreit weil sie Nahrung essen, die zuerst als Opfer angeboten wurde. Andere, die ihr essen zum persönlichen Sinnesvergnügen zubereiten, essen nur Sünde.“ (Bhagavad-gita 3.13)[lxxix]

Reste solcher ehrfürchtigen Opfergaben werden „Prasadam“ ("Die Gnade Gottes") genannt. In Indien verteilen die größten Tempel, wie Shri Rangam in Südindien und Jagannath Mandir, der Haupttempel in Puri, täglich umsonst geheiligte vegetarische Nahrung (prasadam).[lxxx]

Leider sind das auch wieder gern Süßigkeiten aus Kuhmilch, Joghurt u.ä.

 

 

Beim Vegetarismus stehengeblieben?

 

Meine persönlichen Erfahrungen mit Hindus: In Deutschland trifft man normalerweise nur auf Vaishnavas (oder umgangssprachlich „Hare Krishnas“), also Menschen, die Krishna/ Vishnu als ihren Hauptgott verehren. Shaivas, also Shiva-Anhänger, oder Brahmanen, Brahma-Anhänger, wird man sehr selten antreffen.

Nach meiner Erfahrung sind (deutsche) Vaishnavas sehr stolz (bis zu einer gewissen spirituellen Arroganz) darauf, dass es in ihrer Religion Tradition ist, vegetarisch zu leben. Gleichzeitig wird einem aber auch meistens etwas aus Kuhmilch angeboten. Bei der darauffolgenden Diskussion haben Vaishnavas mir gegenüber meistens erstaunt oder belustigt reagiert. Krishna habe uns ja die Kühe gegeben, damit wir Milch haben, und das soll am besten auch für immer so bleiben. Vaishnavas haben kein Interesse an Weiterentwicklung, und sind eher auf Bewahrung der konservativen Traditionen ausgerichtet. Dies wird auch gern manchmal unmissverständlich mit Texten betoniert:

 

I’m Sorry Vegans, You’re just plain wrong…
(Excerpt from Vaisnava Society #15 soon to be released)

From Danavir Goswami

The Vedas Teach:

1. Cow’s milk products are healthy food for nourishing the bodies of humankind.
2. Cow’s milk products also nourish the finer brain tissues for humans which allows them to understand transcendental topics regarding self-realization.
3. Cow’s milk supplies ghee for Vedic sacrifices (no substitutes).
4. Cow’s milk is liquid religiosity in that it enhances religious principles.
5. Cows are meant to supply milk for human consumption. It is a divine arrangement that cows produce so much milk of which only about seven per cent is required by their calves leaving the balance 93% for human use.
6. Dairy products are meant to be offered to Lord Krsna.
7. Lord Krsna is fond of dairy products.
8. The cows whose milk is offered to the Lord are immeasurably benefited.

Comments:
1. If someone does not believe the Vedas then what does that say for his/her subtle brain tissues count?
2. Cows that are not used for giving milk to humans and bulls that are not worked will only be slaughtered sooner.
3. One must use discrimination. For example: the act of drawing milk from cows is correct, natural, moral and healthy. The act of mistreating and slaughtering the cows is wrong, unnatural, immoral and unhealthy. The dairies are not wrong for maintaining cows, nor for milking them, nor for making that milk available to the human society. They are wrong for mistreating cows and for adulterating the milk. Those practices should be changed.
4. Milking a cow is right, killing her and using her flesh for eating or her skin for clothing is wrong.
5. Offering commercial dairy products to Krsna is not wrong, however not serving the cause of cow protection by practicing Krsna consciousness is wrong. If one does not think that simply practicing Krsna consciousness as directed by Srila Prabhupada is correct, then one will inevitably set arbitrary and mundane moral standards above practicing Krsna consciousness. For example one might say:
“Being vegan and not contributing to cow slaughter is superior to being a devotee who accepts prasadam made from commercial dairy products.”
“Motor vehicles pollute, therefore, anyone who uses them is contributing to pollution and is part of the problem. Therefore a person who eschews motor vehicles is superior to a devotee who uses motor vehicles.”

Vegan Theories

1. The milk of cows is not meant for human consumption—only for calves.
2. Cow’s milk is unhealthy for human consumption.
3. Oxen employed by man is exploitation and should not be done.
Comment: The above three theories are simply ignorant of nature’s and God’s plan for man and other living entities.
4. Dairy products should not be accepted from ill-treated cows.
Comment: Why should an ill-treated cow’s service be rejected? If an abused child produces a beautiful painting, should it be rejected because the child was mistreated? We should stigmatize the mistreater and not the mistreated. The mistreated is innocent and his/her service should be accepted.
5. Humans who consume dairy products are accomplices in the cow slaughter business.
Comment: This is like saying that a person who appreciates the beautiful painting of an abused child is an accomplice to child abuse. Taking milk from abused cows is not immoral. Vaisnavas have been protecting cows and partaking of dairy products for hundreds of generations. It was through the teachings and practices of such Vaisnavas that many people today understand the evil of cow slaughter. To insinuate that Vaisnavas who use commercial dairy products are accomplices to cow slaughter is, in my opinion, illogical, incorrect and offensive.
6. Humans should boycott consuming dairy products to help stop cow slaughter.
Comment: This is like saying, “Any child who was ever abused should be boycotted from employment.” Two wrongs don’t make a right. Better to patronize those farms that use proper procedures.

Dairy Information

1. Most cows whose milk is used for commercial purposes are ill-treated and ultimately slaughtered by commercial dairies.
2. Commercial milk has long been adulterated by Kali-yuga production procedures, pesticides, additives, medicines, hormones, etc.
Comment: Yes, Srila Prabhupada knew these things and he also knew that some so-called scientists considered milk unhealthy. Still, His Divine Grace approved of commercial dairy products being consumed by humans including devotees of ISKCON who offered them to Lord Krsna. He did not, however, approve of any of the ill treatment to cows inflicted by commercial dairies.

Practical Suggestions
1. One should try to find out the best quality dairy products available: A) from devotee farms B) from non-violent, non-hormone farms, C) from non-hormone farms, D) etc.
2. ISKCON should markedly increase the quality of dairy products available through: A) its own dairies, B) encouraging other dairies to improve their practices.
[lxxxi]

(Ich habe auf meiner Website (http://shivananda1.wordpress.com/2012/11/22/hare-krishna-larm-boing-dongel/) bereits eine kurze Replik auf diesen Text geschrieben.)

 

Wer daran (s. oben) zweifelt, zweifelt am Willen Krishnas und vor allem der Richtigkeit der Veden. Oft hatte ich das Gefühl, mit fundamentalistischen Christen zu reden.

Auch scheint es so, dass Krishna-Anhänger (ein wenig naiv) immernoch von der Haltungsart ausgehen, die vor tausenden von Jahren in Indien praktiziert wurde. Kuhmilch ist etwas heiliges, etwas wertvolles. Dass ihre „Produktion“ heutzutage großes Leid auslöst, scheinen traditionelle Vaishnavas komplett auszublenden. Und es ist viel wichtiger, regelmäßig das „Maha Mantra“ zu singen (zu „chanten“), als sich über Tiere tiefere Gedanken zu machen.

 

 

Aussichten

 

Es gibt allerdings bei den Vaishnavas scheinbar doch eine große Offenheit gegenüber dem, was der Einzelne für sich als richtig empfindet. Und der Schritt vom Vegetarismus (bisher waren alle Vaishnavas, die ich kennengelernt habe, immerhin strenge Vegetarier) zum Veganismus ist ja nicht so groß. So habe ich besonders in letzter Zeit einige Vaishnavas kennengelernt, die sich auf dem Weg zum Veganer befinden. Ungefähr jeder fünfte spielte mit dem Gedanken. Es ist auch von Stadt zu Stadt verschieden. In Dresden wird inzwischen ca. 50% des „Prasadams“, des gemeinsamen Essens, vegan angeboten, auch wenn man sich noch etwas sträubt und diskutiert. In Berlin ist auf den Flyern der Krishna-Gruppe bereits wie selbstverständlich von „veganem und ayurvedischem“ Essen die Rede. Besonders beim Hinduismus ist also sehr viel Potential für die vegane Bewegung zu entdecken, auch wenn es wohl noch vieler Gespräche und Diskussionen bedarf.

 

 

 

5. Jainismus

 

Im Gegensatz zum Buddhismus, der aus Indien durch den wiedererstarkenden Hinduismus zu großen Teilen verdrängt wurde (und sich so aber auch besser weltweit ausbreiten konnte), existiert der Jainismus seit Tausenden von Jahren in erster Linie in Indien.

Jainas selbst sagen, dass es ihre Religion schon seit vorarischer Zeit (ca. 1500 v. Chr.) gibt[lxxxii], damit wäre er älter als die Hinduismen, welche aus einer Verschmelzung der vedischen Religion der Ureinwohner, und der der einwandernden Arier entstanden ist. Andere Religionswissenschaftler sind aber der Meinung, dass der Jainismus wie der Buddhismus aus dem Brahmanismus, also einem der Hinduismen, entstanden ist. Jedenfalls sind nur die letzten beiden großen Führer (“Tirthankara“) des Jainismus historisch erfasst worden, was viell. auch daran liegt, dass insbesondere der letzte, Mahavira, den Glauben neu reformiert hat.[lxxxiii]

Dies ausnahmsweise als Erklärung, weil vielen in Deutschland der Jainismus doch sehr fremd ist.

 

Der Jainismus ist auch in Hinsicht auf sein Mitgefühl mit den Tieren außergewöhnlich, und deshalb besonders für Veganer interessant. Jainas sind in diesem Bereich geradezu radikal eingestellt, was viell. auch der Grund dafür ist, dass er im Westen bisher als nicht so attraktiv empfunden wurde, wie z.B. eben der etwas „leichtere“ Buddhismus.

 

 

Ahimsa und Karma

 

Auch im Jainismus ist die Gewaltfreiheit sehr wichtig. So sprach Mahavira:

 

“Geradeso wie ich Leid und Furcht empfinde, wenn ich mit einem Stock bedroht, geschlagen oder getötet werde, ja wenn mir auch nur ein Haar ausgerissen wird - ebenso empfinden alle anderen höheren und niederen Lebewesen Leid und Furcht, wenn sie mit einem Stock bedroht, geschlagen oder getötet werden, ja wenn ihnen auch nur ein Haar ausgerissen wird. Wenn man das erkannt hat, so steht es fest, dass weder ein höheres noch ein niederes Wesen bedroht, geschlagen oder getötet werden darf.”[lxxxiv]

Jainas tragen traditionell einen Mundschutz, um nicht ausversehen Insekten einzuatmen. Sie dürfen nachts nicht essen, da sie im Dunkeln versehentlich Insekten mitessen könnten, ja nichtmal rausgehen, da sie im Dunkeln welche zertreten könnten. Tagsüber tragen sie dann kleine Besen mit sich, mit denen sie den Weg vor sich von Insekten frei fegen. Auch arbeiten sie nicht in Berufen wie Schlachter, Jäger, Fischer.[lxxxv]

 

Wer sich nicht daran hält, muss mit den karmischen Reaktionen rechnen:

 

“Ob man Wesen durch eigenes Tun tötet oder sie durch andere töten lässt oder dem zustimmt, der sie tötet - stets fördert man das, was einem feind ist.”[lxxxvi]

 

Strenger Vegetarismus bis Veganismus

 

Fleisch und Eier sind ausgeschlossen. In früheren Zeiten waren Jainas (wie Hindus heutzutage) Lacto-Vegetarier, aber wegen der heutigen Zustände in den Tierfabriken, verzichten heutzutage auch viele auf Milchprodukte und leben so praktisch vegan.

Es gibt noch einige weitere interessante Vorschriften: Z.B. ist Honig verboten, da in diesem zahlreiche Wesen geboren werden. Alkohol ist an sich schon verboten, da er die Sinne trübt, aber auch, da er oft mit Hefe-Bakterien hergestellt wird. Ebenso fermentierte Lebensmittel.

Wasser wird traditionell gefiltert, um das Verschlucken von Mikroorganismen zu verhindern.

Schon kleinste Partikel von Fleisch oder Eiern sind unakzeptabel.[lxxxvii]

 

“Wenn jemand seinen Körper durch das Fleisch anderer Lebewesen mästet, so ist seine Verehrung der Ahimsa in Wahrheit Scheinheiligkeit.” - Jaina-Veröffentlichung[lxxxviii]

Man sieht hier, dass der Jainismus, auch im Vergleich zu Hinduismus und Buddhismus, sympathisch eindeutig und gewissermaßen „radikal“ ist.

 

“Speisen, die man sich angeeignet hat, indem man Lebewesen Gewalt antat, diese isst der rechte Mönch weder selbst, noch stimmt er zu, wenn ein anderer sie isst.” - Mahavira[lxxxix]

Jaina-Mönchen wird hier sogar aufgetragen (ähnlich wie wir „nervigen“ Veganer das tun) seinen Nächsten nicht einfach so in Ruhe sein Steak essen zu lassen. Kein „tolerantes“ Wegsehen, sondern Einschreiten ist gefragt. Ansonsten „fördert man, was einem feind ist“, was bedeutet, dass man seine karmische „Strafe“ bzw. Reaktion dafür bekommen wird.

 

Die Jaina-Mönche halten es - im Gegensatz zu den buddhistischen Mönchen - auch dann für eine Sünde, Fleisch zu essen, wenn dieses ungewollt in ihre Almosenschüsseln gelangt ist.

Die Speisevorschriften der Jainas gehen heute soweit, dass bei ihnen niemand kochen darf, der Lederschuhe trägt, weil die Ledererzeugung im Regelfall die Tötung der Tiere voraussetzt.[xc]

 

 

Beseelte Pflanzen

 

Jainas achten auch Pflanzen als Lebewesen. Dazu kommt noch der Glaube daran, dass z.B. in Kartoffeln viele „kleine Seelen“ („Ekindriya“) wohnen. Diese Pflanzen werden „Ananthkay“ genannt („Ein Körper, zahllose Seelen“).[xci] Deshalb ist es eher in Ordnung, Früchte und Körner zu essen, als die ganze Pflanze (insbesondere Wurzelgemüse wie Karotten, oder Speicherorgane der Pflanzen wie Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch usw.), da diese ja dann dabei „getötet“ werden muss. Auch achten sie auf Insekten, weshalb das Ausrupfen von Pflanzen doppelt schädlich ist, da auch diesen kleinen Lebewesen dabei geschadet werden könnte.

 

Bei einigen Jainas sind auch Tomaten und Wassermelonen tabu, da ihr Aussehen entfernt an Fleisch erinnert. Auch Früchte wie die Jackfruit, welche eine milchige Flüssigkeit beinhalten, sind manchmal verboten.[xcii]

 

Aber am wichtigsten bleibt, den Tieren und Menschen keinen Schaden zuzufügen, da diese über mehr Seelenenergie, bzw. eine „reifere“, entwickeltere Seele verfügen.[xciii]

 

 

Kritik am Buddhismus und Einfluss auf den Brahmanismus (Hinduismus)

 

Im tamilischen Klassiker „Tirukkural“ kritisiert Valluvar, der von einigen Gelehrten als Jaina angesehen wird, die Buddhisten dafür, dass sie Fleisch annehmen:

 

256: Wenn niemand auf der Welt Fleisch kaufen und konsumieren würde, würde niemand schlachten und Fleisch zum Verkauf anbieten.[xciv]

 

In den Gebieten Indiens, in denen der Jainismus stärker vertreten war/ ist, essen auch die Brahmanen weniger Fleisch. Bal Gangadhar Tilak hat den Jainismus als den „Erfinder“ des Ahimsa-Konzepts (Gewaltlosigkeit) bezeichnet. In einem Brief schrieb er, dass es der Verdienst der Jainas ist, dass die Schlachtopfer aus dem Brahmanismus verschwunden sind.[xcv]

 

 

Heute und Aussichten

 

Erwähnt werden muss natürlich auch, dass längst nicht alle Jainas vegan leben, genauso wenig, wie alle Hindus mindestens Vegetarier sind. So gibt es z.B. ein Youtube-Video von dem Tierrechtler Prof. Gary Francione bei einer Jaina-Konferenz in den USA (Houston, 2011), bei der er von „Ahimsa“ und davon spricht, dass Jainas vegan leben (insbesondere auf Kuhmilch verzichten) sollten. Es sind dabei hohe Jainas anwesend, trotzdem scheint diese Idee für viele neu, oder ungewohnt zu sein.[xcvi]

 

2012 gab es in Großbritannien eine Umfrage der Gruppe „Jain Vegans“ mit Jainas betreffend Veganismus. Dabei waren nur 13% der Befragten der Meinung, dass es ok ist, Kuhmilch zu konsumieren. Nachdem ihnen gesagt wurde, dass die Kühe getötet werden, waren 80% der Ansicht, dass Jainas keine Kuhmilch konsumieren sollten. Von den 13%, die damit einverstanden waren, merkten viele an, dass Kuhmilch nur konsumiert werden sollte, wenn es gesundheitlich dringend notwendig wäre.

50% waren sich darüber bewusst, dass die Kühe getötet werden, aber nur 43% wussten von den Zwangsschwängerungen. Auch waren die Fragen nicht sehr detailliert, so dass man nicht weiß, wie viele der Befragten sich darüber bewusst sind, dass männliche Kälber direkt getötet werden, usw.

85% wollten danach noch mehr über das Thema erfahren.

 

Gruppen wie „Young Jains UK“ wollen in Zukunft das Thema in den Jaina-Gemeinden noch stärker auf den Plan bringen, u.a. indem sie veganes Catering bei Jaina-Events bereitstellen wollen.[xcvii]

 

Einige Jaina-Gelehrte setzen sich für den Veganismus ein, da sie sehen, was heutzutage mit den sog. „Nutztieren“ geschieht.

 

Jainismus und Veganismus, ein Pärchen, das nur noch verkuppelt werden muss. Schade nur, dass es in Deutschland (und weltweit) so wenige Jainas gibt (was auch die Feldforschung nicht ganz einfach macht). Allerdings ist natürlich auch die Jaina-Küche (wie die asiatische im allgemeinen) für Veganer sehr interessant.

 

 

6. Buddhismus

Ich gelobe, mich darin zu üben, mich des Tötens und Verletzens aller Lebewesen zu enthalten.
- Erste Lebensregel
[xcviii]

Wie kann ein bhikkhu, dessen Hoffnung es ist, andere zu erlösen, sich selbst vom Fleisch anderer Lebewesen ernähren?
- Surangama-Sutra
[xcix]

«Jedes Lebewesen verdient es, ein Gefühl von Sicherheit und Wohlergehen zu genießen. Wir müssen das Leben schützen und anderen Glück schenken. Alle Lebewesen, seien sie groß oder klein, zwei- oder vierbeinig, ob sie schwimmen oder fliegen – sie alle haben das Recht zu leben. Wir dürfen andere Lebewesen nicht verletzen oder gar töten. Wir müssen das Leben schützen» (aus dem Metta-Sutta, Sn I, 8)[c]

«... wenn wir das Fleisch anderer Lebewesen essen, zerstören wir den Samen des Mitgefühls …» und «… Motivation und Ziel unseres Bemühens ist das Überwinden des Leidens. Wenn wir selber das Leiden überwinden wollen, warum sollen wir es dann anderen zufügen? Wenn Du Deinen Geist nicht so weit bringst, dass er selbst den Gedanken an Gewalt und Töten verabscheut, wirst Du Dich von den Fesseln dieser Welt nie befreien.»[ci]

 

Noch deutlicher steht es im Lankavatara-Sutra:

 

«Um keine Lebewesen zu schrecken, soll ein bodhisattva, der sich dem Mitgefühl auch als Selbstdisziplin unterwirft, kein Fleisch essen ... Es ist nicht wahr, dass Fleisch richtige und erlaubte Nahrung ist, wenn das Tier nicht von ihm selbst getötet wurde, wenn er andere nicht beauftragt hat, es zu töten, wenn es [das Töten des Tieres] nicht speziell für ihn erfolgt ist ... Es mag in Zukunft Menschen geben, die … unter dem Einfluss ihres Verlangens nach Fleisch viele ausgeklügelte Argumente auf die verschiedensten Arten hervorbringen, um den Fleischverzehr zu rechtfertigen … Aber … der Fleischverzehr in jeder Form, auf jede Art und Weise, ist überall und ohne Ausnahme und für immer verboten ... Ich habe niemandem das Fleischessen erlaubt, ich erlaube es nicht und ich werde es nicht erlauben.»[cii]

 

Es ist also nicht schwer, bzw. naheliegend, für Buddhisten Vegetarier/ Veganer zu werden, die Grundlagen sind mehr als gegeben. Der Buddha sprach auch nicht nur vom Vegetarismus, also Tiere nicht zu töten, sondern explizit davon, Tiere zu schützen, ihnen also nicht einmal Gewalt anzutun, ja sogar derartige Gedanken zu unterlassen. Im Gegenteil, Buddha sprach immer wieder vom „Glück für alle Lebewesen“. Ein glückliches Leben also, nicht nur ein „artgerechtes“ Dahinvegetieren.

 

 

Fleischessen ok?

 

Trotzdem gibt es auch omnivore Buddhisten. Diese bemühen oft das Argument, dass buddhistische Bettelmönche jede Nahrung, die ihnen gespendet wird, annehmen sollen, um nicht unhöflich zu sein.

Allerdings müssen sie davor sichergehen, dass das Tier nicht extra für sie geschlachtet wurde, des Weiteren sollen sie vegetarische Spenden immer bevorzugen. Nur wenn jemand nichts anderes als Fleisch geben kann, und viell. auch nicht versteht, wieso die Mönche vegetarisch leben, sollen sie auch Fleisch annehmen:

 

«Jivaka, die Übung des Bettelns sieht vor, dass der Bhikkhu alles annimmt, was immer ihm auch gereicht wird; nur das Fleisch eines Tieres, das um seinetwillen getötet wurde, das darf er nicht annehmen. Menschen, die die Gelübde des Mitgefühls, denen die Bhikkhus folgen, verstehen, reichen den Mönchen nur vegetarische Speisen. Doch es kann auch vorkommen, dass jemand nur Speisen hat, die mit Fleisch zubereitet sind. […] Jivaka, eines Tages werden alle Menschen verstehen, dass die Bhikkhus nicht wollen, dass Tiere getötet werden. Dann wird niemand den Bhikkhus mehr Fleisch anbieten, und die Bhikkhus brauchen nur noch vegetarische Gerichte zu essen.» Jivaka-Sutra[ciii]

Noch eine Anmerkung: Es wird oft gesagt, der historische Buddha Gautama wäre an einer Lebensmittelvergiftung, und zwar an Schweinefleisch, gestorben. Das ist wahrscheinlich so nicht korrekt. Wie auch bei diversen Bibelstellen handelt es sich wohl mal wieder um einen Übersetzungsfehler. Tatsächlich war wahrscheinlich die Rede von einem Gericht aus Pilzen, welche in etwa den Namen „Leckerbissen für Schweine“ (ähnlich Trüffeln) hatten.[civ]

 

 

Und heute?

 

Von Land zu Land, und von Tradition zu Tradition wird der Vegetarismus strenger oder weniger streng gelebt. Die Mönche in China und Vietnam essen überwiegend kein Fleisch. Japan, Korea, Sri Lanka, Südost-Asien, Tibet: Überwiegend omnivor.[cv]

Besonders deutsche Anhänger des tibetischen Vajrayana-Buddhismus sagen gerne, dass es für sie (die wohlgemerkt im Westen leben, nicht in Tibet) in Ordnung ist, Fleisch zu essen, da ja im kargen Bergland Tibets so wenig wächst, dass man traditionell eher Fleisch isst.

Persönliche Anmerkung: Ich bin schon vielen Schülern der tibetischen Karma Kagyü-Tradition begegnet, die mir das immer erzählen. Außerdem hörte ich von denselben Leuten relativ häufig, dass das Tier ja damit eine Art Opfer vollbringt: Indem es den (quasi heiligen) buddhistischen Praktizierenden ernährt, sichert es sich gutes Karma und eine angenehme Wiedergeburt im nächsten Leben. Und man sei dem Tier ja auch dafür dankbar, und richte dafür manchmal auch einige Gebete an es aus...

Wobei auch kein Hehl darum gemacht wird, dass man auch gerne mal Alkohol trinkt. Nach meiner Beobachtung wächst diese buddhistische Gruppierung besonders in Deutschland schneller als die anderen, was man vielleicht auch auf die „Lockerheit“ im Umgang mit diesen Themen sehen kann. „Buddhismus light“ für alle.

 

Wobei man aber natürlich betonen muss, dass es im Buddhismus keine echten „Gebote“ gibt, die man übertreten kann. Es sind immer eher „Empfehlungen“. So wird z.B. auch in einer strengeren Tradition, wie dem Zen-Buddhismus, der Vegetarismus empfohlen, ist aber keine Pflicht.

Auch bekannte buddhistische Oberhäupter, wie der Dalai Lama, empfehlen den Vegetarismus.[cvi]

Es wird geschätzt, dass ungefähr 50% aller Buddhisten Vegetarier sind.[cvii] Wobei aber wiederum auch beachtet werden muss, dass es deutlich mehr „Laienpraktizierende“ im Buddhismus und allen anderen Religionen gibt. Unter den streng religiösen Menschen und Mönchen/ Nonnen der diversen Tradtionen wird man vermutlich deutlich mehr strenge Vegetarier finden können.

 

 

Aussichten

 

Persönlich sind mir, seitdem ich selbst Veganer bin, nicht viele Buddhisten begegnet, die konsequent vegan leben. Ähnlich wie bei den deutschen Vaishnavas ist die Spiritualität und das Leben der Religion deutlich wichtiger als Themen wie Essensvorschriften und Tierrechte/ Umwelt. Ganz subjektiv habe ich sogar das Gefühl, dass der Trend bei den Buddhisten eher weg von Strenge und Disziplin und eher zu einem etwas „seichteren“ Buddhismus, in welchem sogar Fleischessen kein Problem darstellt, geht.

Aber die Zeit wird es zeigen. Eigentlich müssten sich Buddhisten aber vom Veganismus angezogen fühlen, vielleicht sogar wechselseitig auch die Veganer von einer derart logischen und friedfertigen Religion, bzw. Geistesschule.

 

 

Zusatz: Supreme Master Ching Hai[cviii]

 

(Da Ching Hai selbst ihre spirituellen Wurzeln im Buddhismus hat, erwähne ich sie hier als Zusatz.)

 

Die vietnamesische spirituelle Lehrerin Ching Hai (geb. 1950) pilgerte selbst zu einigen spirituellen Lehrern, insbesondere Buddhisten, bis sie selbst ihren Titel verliehen bekam, der „reiner Ozean“ bedeutet.

Sie lehrt die „Quan Yin Methode“, eine bestimmte spirituelle Praxis, die sie selbst vom Buddhismus „entliehen“, und etwas verändert hat (vom Buddhismus hat sie sich aber 1988 klar losgesagt). Es geht dabei um Meditation auf Klang und Licht. Später kam hinzu, dass sie ihren Anhängern sagt, dass das Rezitieren ihres Namens (also ähnlich wie das Chanten des Namens Gottes, bzw. Krishnas im Hinduismus) zur direkten Erleuchtung führe.

 

Sie hat ca. 20.000 Anhänger weltweit, die meisten davon in Taiwan, USA, China und Vietnam.

Scheinbar ist sie sehr gut darin, sich selbst in Szene zu setzen und Geld zu machen (mit eigenen Büchern und Filmen), teilweise auf etwas undurchsichtige Art, wofür sie kritisiert wurde/ wird.

 

Aber sie setzt sich auch für die Armen und eben auch für Tiere ein. Das ist auch der Grund, wieso ich sie erwähne. Nämlich ist sie es, die hinter der veganen „Loving Hut“-Restaurantkette (die größte vegane Restaurantkette weltweit) steckt. Zur Zeit gibt es davon ca. 200 weltweit (Zahl wächst relativ schnell), auch im deutschsprachigen Raum. Der Slogan der Kette ist „Be Vegan, Make Peace“.[cix] Vielleicht hat ja schon der eine oder andere dort gegessen.

 

„Supreme Master Ching Hai International“ ist die „Firma“ hinter Ching Hai. 2008 führte sie damit eine große Medienkampagne in Australien und Neuseeland durch. Der Slogan dafür war „Be Green, Go Veg, Save the Planet". Veganismus, saubere Energie und Bäume pflanzen wurden als Lösungen für den Klimawandel und Umweltverschmutzung beworben.[cx]

 

Man kann also von der Person Supreme Master Ching Hai halten was man möchte, aber für den Veganismus scheint diese NRB (Neue religiöse Bewegung) durchaus etwas zu bewegen.

 

 

 

7. Kokovorismus[cxi]

 

Wegen seiner Kuriosität möchte ich zum Schluß gerne noch diese NRB erwähnen.

 

Der deutsche August Engelhardt (1875-1919) gründete Anfang des 20. Jahrhunderts die religiöse Gemeinschaft „Sonnenorden - Aequatoriale Siedlungsgemeinschaft“. Damals kamen in Deutschland verstärkt „Lebensreform“-Bewegungen (biologisch-dynamischer Anbau, FKK, usw.) auf, und er beschäftigte sich mit diesen.

Er wanderte auf die damals zum deutschen Kaiserreich gehörende Insel Kabakon (heute Papua-Neuguinea) aus, weil er dort meinte, seine Visionen leichter in die Realität umsetzen zu können, als im kaiserlichen Deutschland. Dort lebte er dann ohne Kleidung, und von rein pflanzlicher Nahrung, vorwiegend Kokosnüssen. Er war überzeugt von dieser strengen Kokos-Diät:

 

„Nackter Kokovorismus ist Gottes Wille. Die reine Kokosdiät macht unsterblich und vereinigt mit Gott.“[cxii]

„Der kokovore Sonnenmensch ist der Mensch, wie er sein soll. Die Kokosnuss ist der Stein der Weisen. Was sind Universitäten gegen eine solche Lebensweise?“[cxiii]

Er erwarb sogar eine eigene Kokosnuss-Plantage. Mit der Zeit scharte er einige Gleichgesinnte und Anhänger um sich. Die weitere Geschichte liest sich sehr spannend, und könnte wunderbar verfilmt werden. Jedenfalls endete es so, dass immer mehr seiner Anhänger sich von Engelhardt abwandten und sogar scheinbar von der Insel „fliehen“ wollten, dann aber einer nach dem anderen mysteriös zu Tode kamen. Er selbst litt am Ende an zahlreichen Krankheiten, vermutlich ausgelöst durch Mangelernährung, und wahrscheinlich auch an einer psychischen Erkrankung. Das nächste Zitat lässt auch an Größenwahn denken:

 

„Der Sonnenorden wird zunächst Kabakon besiedeln, von da aus den Bismarck-Archipel, dann Neuguinea und die Inseln des Stillen Ozeans, schließlich das tropische Zentral- und Südamerika, das tropische Asien und das äquatoriale Afrika. Ich fordere alle Fruktivoren und Freunde der naturgemäßen Lebensweise auf, mitzuhelfen bei dem Bau des Palmentempels des Fruktivorismus, den es aufzurichten gilt, mitzuwirken bei der Gründung des fruktivorischen Weltreichs.“[cxiv]

Ein bisschen hat August Engelhardt etwas tragikomisches, andererseits finde ich es bereichernd, dass es solche Visionären „Spinner“ gibt, die einfach losgehen, und wenigstens versuchen, ihre Visionen umzusetzen. Einer der letzten, die Engelhardt begegnet sind, wird ähnlich zitiert:

 

Captain Jones, who wrote, after leaving Kabakon “Is it Engelhardt, who is mad or is it we? And yet– could the world do without living examples in self-sacrifice– even if their ideals are wrong? And would we not all fall asleep, if it were not for a sprinkling of extremists?”[cxv]

Leider scheint es momentan keine aktiven Kokovoristen mehr zu geben. Aber wenn jemand etwas davon hört, gebt mir Bescheid. :)

 

 

 

Schlußwort

 

Ich hoffe, ich konnte mit einigen Vorurteilen oder Fehlinformationen den Religionen gegenüber aufräumen, und ein bisschen einen Einblick in die momentane Positionierung und auch die zukünftige Ausrichtung und Potential einiger wichtiger Religionen gegenüber dem Veganismus und der veganen Bewegung geben. Natürlich könnte man noch viel mehr zu diesem Thema schreiben und auch Forschen, aber es war immerhin ein Versuch, eine kleine Zusammenfassung zu geben, bzw. einen Ausschnitt aus der (faszinierenden) Welt der Religionen zu beleuchten.

 

Alles in allem ist meiner Meinung nach ein durchaus positives und auch buntes Bild entstanden. Die Grundlagen sind von Göttern und Propheten wie Jehova, Christus, Mohammed, Krishna, Mahavira und Buddha gelegt worden.

 

Aber eine Religion lebt auch durch seine Anhänger. So kommt es heute auf diese religiösen, und auch auf die unreligiösen Menschen, die sich möglicherweise von den Religionen und deren Texte inspirieren lassen, an. Der Weg darf nicht beim Vegetarismus enden, er muss konsequent weiter bis zum Ende gegangen werden. Bis jede „Tierfabrik“ geschlossen ist, und jeder Käfig leer steht.

 

Am Ende gibt es keine großen Differenzen: „Ahimsa“, Gewaltlosigkeit und Milde gegenüber allen Lebewesen, das ist für mich eine der Hauptaussagen, die sich durch alle Religionen hindurchzieht, schwächer oder stärker ausgeprägt. Es geht um gutes, moralisches Verhalten, mit dem Ziel, diese Welt für alle Lebewesen so angenehm und lebenswert wie möglich zu gestalten. Dabei haben wir als Menschen, ob religiös oder unreligiös, eine hohe Verantwortung. Wie Buddhisten oft sagen: „Mögen alle Wesen Glück erfahren!“. Ich denke, diesem Wunsch kann sich jeder gutherzige Mensch anschließen, ob religiös oder nicht. Jetzt kommt es nur noch auf den nächsten Schritt an: Die (bewusste, mitfühlende) Tat.

 

 

Ralf Shivananda Klossek

merlihn@aol.com

http://shivananda1.wordpress.com/

 

26.3. 2013

 



[i]       Vebu: Judentum und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/judentum. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[ii]      Ebd.

[iii]      Ebd.

[iv]      Vgl. ebd.

[v]      Ebd.

[vi]      Vgl. ebd.

[vii]     Vgl. N. Yogicflyer: Religionen und Fleischverzehr. In: http://www.platinnetz.de/artikel/religionen-und-fleischverzehr-7991. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[viii]    Vgl. Wikipedia: Judaism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Judaism. Abgerufen am: 21.12. 2012. (Ins deutsche übersetzt von R.K.)

[ix]      Vgl. ebd.

[x]      Vebu: Judentum und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/judentum. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xi]      Vgl. Wikipedia: Judaism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Judaism. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xii]     Jüdische Zeitung: Vom Tierschutz in der Halacha. In: http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.463.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xiii]    Vgl. Wikipedia: Judaism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Judaism. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xiv]    Vgl. Wikipedia: A Sacred Duty. In: http://en.wikipedia.org/wiki/A_Sacred_Duty. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xv]     Vebu: Christentum. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/christentum. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xvi]    N. Yogicflyer: Religionen und Fleischverzehr. In: http://www.platinnetz.de/artikel/religionen-und-fleischverzehr-7991. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xvii]    Ebd.

[xviii]   Ebd.

[xix]    Internationale Vegetarier-Union (IVU): St. Franziskus von Assisi (1181-1226). In: http://www.ivu.org/german/history/renaissance/st-francis.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xx]     Freiheit für Tiere: Der Verrat der Kirche an den Tieren. In: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe410/derverratderkircheandentieren/index.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxi]    Vgl. Wikipedia: Edmund Bordeaux Szekely. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Edmund_Bordeaux_Szekely. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxii]    Z.B. hier: http://www.puramaryam.de/essenerlehre.html

[xxiii]   Freiheit für Tiere: Der Verrat der Kirche an den Tieren. In: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe410/derverratderkircheandentieren/index.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxiv]   Ebd.

[xxv]    N. Yogicflyer: Religionen und Fleischverzehr. In: http://www.platinnetz.de/artikel/religionen-und-fleischverzehr-7991. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxvi]   Ebd.

[xxvii]  Ebd.

[xxviii]  Vgl. Freiheit für Tiere: Der Verrat der Kirche an den Tieren. In: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe410/derverratderkircheandentieren/index.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxix]   N. Yogicflyer: Religionen und Fleischverzehr. In: http://www.platinnetz.de/artikel/religionen-und-fleischverzehr-7991. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxx]    Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV): Katholische Kirche und Tiere. In: http://www.vegetarismus.ch/heft/96-3/kirche.htm. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxi]   Kirchenopfer.de: Papst ohne Heiligenschein. In: http://www.kirchenopfer.de/profmynarekspricht/5349889827123bc01.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxii]  Vgl. Freiheit für Tiere: Der Verrat der Kirche an den Tieren. In: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe410/derverratderkircheandentieren/index.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxiii]  Ebd.

[xxxiv]  Vgl. Denk Mit: Die Mitschuld der Kirche am Tierleid. In: http://www.denk-mit.info/kirche/diemitschuldderkircheamtierleid.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxv]  Freiheit für Tiere: Der Verrat der Kirche an den Tieren. In: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/zeitschriftausgaben/ausgabe410/derverratderkircheandentieren/index.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxvi]  PETA: Auch Tiere sind Geschöpfe Gottes. In: http://www.peta.de/web/papst.721.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxvii] Ebd.

[xxxviii]        Vgl. Christian Härtelt: Religiöse Menschen haben eine besondere Verantwortung. In: http://myveganworld.de/01/05/2010/religioese-menschen-haben-eine-besondere-verantwortung/. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xxxix]  Vgl. Wikipedia: Synode. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Synode. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xl]      VeganBlog.de: Tierliebe Christen in Sachsen. In: http://www.veganblog.de/2011/11/25/tierliebe-christen-in-sachsen/. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xli]     Wikipedia: Veganismus: Spirituelle bzw. religiöse Ansätze. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Vegane_Ern%C3%A4hrung#Spirituelle_bzw._religi.C3.B6se_Ans.C3.A4tze. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xlii]    Vgl. Wikipedia: Universelles Leben. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Universelles_Leben. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xliii]    Ebd.

[xliv]    Vgl. Universelles Leben: Der Stuhl Petri und die Tiere. In: http://www.universelles-leben.org/cms/wer-sitzt-auf-dem-stuhl-petri/teil-15.html. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xlv]    Vgl. AGPF - Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt: Die Wittek-Sekte. In: http://www.agpf.de/Wittek.htm. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xlvi]    Vgl. N. Yogicflyer: Religionen und Fleischverzehr. In: http://www.platinnetz.de/artikel/religionen-und-fleischverzehr-7991. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xlvii]   Ebd.

[xlviii]  Vebu: Islam und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/islam. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[xlix]    Ebd.

[l]       Ebd.

[li]      Vgl. Wikipedia: Islam and animals. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Islam_and_animals. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[lii]      Vgl. ebd.

[liii]     Ebd.

[liv]     Ebd.

[lv]      Vgl. ebd.

[lvi]     Ebd.

[lvii]    Vgl. ebd.

[lviii]    Vgl. ebd. (Übersetzt ins deutsche von R.K.).

[lix]     Ahmed91: An Muslime --- Vegetarier im Islam. In: http://www.gutefrage.net/frage/an-muslime-----vegetarier-im-islam. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lx]      Hasan: An Muslime --- Vegetarier im Islam. In: http://www.gutefrage.net/frage/an-muslime-----vegetarier-im-islam. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxi]     Guest Kerbala: Islam und Vegetarismus. In: http://www.shia-forum.de/index.php?/topic/6456-islam-und-vegetarismus/. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxii]    Ebd.

[lxiii]    Vgl. N. Yogicflyer: Religionen und Fleischverzehr. In: http://www.platinnetz.de/artikel/religionen-und-fleischverzehr-7991. Abgerufen am: 21.12. 2012.

[lxiv]    Vgl. Wikipedia: Vegetarianism and religion: Hinduism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Hinduism. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxv]    Vgl. Vebu: Hinduismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/hinduismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxvi]    Internationale Vegetarier-Union (IVU): Hinduismus und Vegetarismus. In: http://www.ivu.org/german/news/march2000/hinduism.html. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxvii]   Ebd.

[lxviii]  Ebd.

[lxix]    Ebd.

[lxx]    Ebd.

[lxxi]    Vgl. Wikipedia: Vegetarianism and religion: Hinduism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Hinduism. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxii]   Vgl. Wikipedia: Jhatka. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Jhatka. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxiii]  Wikipedia: Vegetarianism and religion: Hinduism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Hinduism. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxiv]  Vebu: Hinduismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/hinduismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxv]   Ebd.

[lxxvi]  Vgl. Internationale Vegetarier-Union (IVU): Hinduismus und Vegetarismus. In: http://www.ivu.org/german/news/march2000/hinduism.html. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxvii]  Ebd.

[lxxviii] Ebd.

[lxxix]  Ebd.

[lxxx]   Ebd.

[lxxxi]  Shivananda: Hare Krishna! Lärm, Boing, Döngel... In: http://shivananda1.wordpress.com/2012/11/22/hare-krishna-larm-boing-dongel/. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxxii]  Vgl. Vebu: Jainismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/jainismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxxiii] Vgl. Wikipedia: Jainismus. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Jainismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxxiv] Vebu: Jainismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/jainismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxxv]  Vgl. ebd.

[lxxxvi] Ebd.

[lxxxvii]        Vgl. Wikipedia: Jain Vegetarianism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Jain_vegetarianism. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxxviii]        Vebu: Jainismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/jainismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[lxxxix] Ebd.

[xc]     Vgl. ebd.

[xci]    Vgl. Wikipedia: Jain Vegetarianism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Jain_vegetarianism. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[xcii]    Vgl. ebd.

[xciii]   Vgl. Vebu: Jainismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/jainismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[xciv]   Wikipedia: Jain Vegetarianism. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Jain_vegetarianism. Abgerufen am: 28.12. 2012. Übersetzt ins deutsche von R.K.

[xcv]    Vgl. ebd.

[xcvi]   VeganJains: Gary Francione at JAINA 2011 part 1. In: http://www.youtube.com/watch?v=OvqTBCIz--w. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[xcvii]  Vgl. JAINA - Federation of Jain Associations in North America: Survey of Jains on Vegan Diet. In: http://www.jaina.org/news/91686/. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[xcviii]  Vebu: Buddhismus und Vegetarismus. In: http://www.vebu.de/tiere-a-ethik/religion/buddhismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[xcix]   Ebd.

[c]      Ebd.

[ci]      Ebd.

[cii]     Ebd.

[ciii]    Ebd.

[civ]    Vgl. ebd.

[cv]     Vgl. Wikipedia: Vegetarianism: Buddhism: In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Buddhism. Abgerufen am: 28.12. 2012.   

[cvi]    Vgl. Wikipedia: Buddhist vegetarianism: Chinese, Korean, and Vietnamese traditions. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Buddhist_vegetarianism#Chinese.2C_Korean.2C_and_Vietnamese_traditions. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[cvii]    Vgl. Wikipedia: Vegetarianism: Buddhism: In: http://en.wikipedia.org/wiki/Vegetarianism_and_religion#Buddhism. Abgerufen am: 28.12. 2012.   

[cviii]   Vgl. Wikipedia: Ching Hai. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Supreme_Master_Ching_Hai. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[cix]    Vgl. Wikipedia: Loving Hut. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Loving_Hut. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[cx]     Vgl. Wikipedia: Ching Hai. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Supreme_Master_Ching_Hai. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[cxi]    Vgl. Wikipedia: August Engelhardt. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Kokovorismus. Abgerufen am: 28.12. 2012.

[cxii]    Ebd.

[cxiii]   Ebd.

[cxiv]   Ebd.

[cxv]    Wikipedia: August Engelhardt. In: http://en.wikipedia.org/wiki/August_Engelhardt. Abgerufen am: 28.12. 2012.

 

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