Warum ich vegan lebe

 

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Mitgefühl.

Ich musste erleben, dass diese Antwort vor allem meine fleischessenden Mitmenschen nicht sonderlich glücklich macht, da viele denken, ich unterstelle Ihnen damit, dass sie kein Mitgefühl haben. Wahrscheinlich ist es ein bisschen von beidem. Viele wissen einfach noch nicht, was dort tagtäglich in den Schlachthäusern vor sich geht - die Industrie versteht es ganz gut, die Gesellschaft in eine Art "Seifenblase" einzuhüllen - und viele verschließen die Augen vor der Wahrheit. Denn ich bin der festen Überzeugung: hat man sie einmal erblickt, fordert sie jeden zum Handeln und Umdenken auf. Und dieser Weg kann unangenehm, manchmal schmerzvoll sein und mit Verzicht einhergehen.

Aber ich persönlich gehe diesen Weg gerne und verzichte darauf, tierische Produkte zu konsumieren, denn dieser Verzicht kann niemals so schwer wiegen, wie das Leid und der Schmerz, den die Tiere erfahren müssen.

 

 

 

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass eine Gesellschaft, deren Wohlstand auf dem Leid anderer aufbaut, kränkelt. Es ist in sich nicht richtig, von dem Leid anderer zu profitieren. Ob es nun um die Abholzung des Regenwaldes zur Gewinnung profitableren Palmöls geht, um Kindersklaverei auf Kakaoplantagen oder um das industrielle Züchten, Quälen und Töten von Tieren.

Denn dabei sollten wir nicht vergessen, dass wir selbst Tiere sind!

Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass jedes Lebewesen das Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben hat? Wie kommen wir dazu, den Tieren ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmtheit zu nehmen und ihnen unseren "Sinn" zu oktroyieren? Leben wir nicht in einer Gesellschaft, die Sklaverei abgeschafft hat? (Definition Sklaverei: Sklaverei ist der Zustand, in dem Menschen (= Lebewesen) als Eigentum anderer behandelt werden.)

Warum also nehmen wir uns das Recht heraus, einen Unterschied zu machen? Nur weil "Tiere" eine andere Sprache sprechen? Weil wir sie nicht verstehen? Ich z. B. bin der japanischen Sprache nicht mächtig, aber ich sehe sehr wohl, wenn ein Japaner Schmerzen hat und leidet. Dieses Bild könnte man mit jedem beliebigen anderen Herkunftsland weiterführen, die Mimik und Gestik des Schmerzes sieht in der jeder Sprache gleich aus. Und genauso sehe ich, dass eine Kuh leidet, wenn ihr z. B. die Kehle - wie so häufig ohne Betäubungsmittel - aufgeschnitten wird. Die Sprache der Empathie sollten wir alle sprechen.

 

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. -Immanuel Kant-

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